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18.08.2017 - 18:23
Foto: Max Grill, Kronen Zeitung

Silkes Mutter: "Glaube wieder an Gerechtigkeit"

13.02.2011, 11:59
„Ich war diese Woche sehr oft am Friedhof, am Grab von Silke. Ich war immer überzeugt, dass Anton W. ihr Mörder war. Aber dass er jetzt verurteilt wurde – ich kann es immer noch nicht ganz glauben.“ Im Exklusivinterview mit der „Krone“ hat die Mutter von Silke Schnabel über ihre Emotionen der vergangenen Tage gesprochen.

„Ich brauche sicher noch ein paar Tage, bis ich es realisiert habe, dass Silkes Mörder mehr als 18 Jahre nach der Tat doch noch verurteilt wurde“, sagt Monika S. mit Tränen in den Augen. „Aber es ist nun die Genugtuung, die ich mir erhofft habe.“

Sehr viel Zeit hat sie in der Prozesswoche am Grab der am 11. Juli 1992 getöteten Tochter verbracht. Hat ein bisschen Ruhe bei ihr gefunden. Doch am Freitag, vor der Urteilsverkündung, „da bin ich im Kreis gelaufen, da hab ich nicht mehr gewusst, wie ich die letzten Stunden bis zur endgültigen Gewissheit durchstehen soll“.

Der besondere Dank von Monika S. gilt „den damaligen Ermittlern rund um Hans Ebner, den heutigen Ermittlern des Teams von Herbert Hanetseder, dem Weißen Ring und dessen Anwalt Stefan Rieder. Sie alle miteinander haben mir zurückgegeben, was mir in den vergangenen 18 Jahren gefehlt hat. Den Glauben, dass es doch noch eine Gerechtigkeit gibt“.

Chefermittler: „Jetzt kann ich meine Pension genießen“

Johann Ebner, der damalige Chef- Ermittler, hat nie verstanden, warum Anton W. trotz zahlreicher Indizien 1992 nach viereinhalb Monaten U- Haft entlassen und das Verfahren ein Jahr später gegen ihn gänzlich eingestellt wurde. Er sagte am Samstag mit Genugtuung zur „Krone“: „Jetzt kann ich meine Pension genießen. Nichts ist mehr offen, nichts ist mehr ungesühnt. Ich habe mich immer gefragt: Wie kann es möglich sein, dass jemand entlassen wird, ohne dass er in die Zwickmühle kommt, vor Gericht reden zu müssen?“

Und Stefan Rieder, der sich seit 2008 – eine Gesetzesnovelle machte es möglich – um die Wiederaufnahme des Verfahrens bemühte, erinnert sich: „Es war ein steiniger Weg, die Staatsanwaltschaft zu überzeugen, dass die Einstellung des Verfahrens 1993 falsch war. Bis zum Zeitpunkt, an dem feststand, dass es jetzt doch einen Prozess gibt, habe ich mich oft gefühlt wie ein einsamer Rufer in der Wüste.“ Einst schien die Suppe zu dünn für eine Anklage. Jetzt endete der Prozess mit fast 20 Jahren Haft.

von Max Grill und Manfred Heininger, Kronen Zeitung

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