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25.09.2017 - 23:50
Foto: Jürgen Radspieler

Schmuggelprozess: Morddrohungen gegen Serbin

08.07.2010, 23:59
Einen Schaden von über 500.000 Euro beklagt der Zoll – entstanden durch den Schmuggel von 15.000 Stangen Zigaretten. Ein Salzburger soll sie aus dem Kosovo in die Mozartstadt gebracht haben, wo sie dann von einem serbischen Ehepaar verkauft wurden. Doch nur ein Angeklagter legte beim Prozess ein Teilgeständnis ab.

Der Salzburger (39), der mit seiner Familie in Serbien ein Geschäft führt, soll seit dem Sommer 2006 regelmäßig mehrmals im Monat 150 bis 200 Stangen "Memphis" unverzollt und unversteuert nach Salzburg gebracht haben. Er hat zwar aus anderen Verfahren 75.000 Euro Schulden bei der Finanz, aber mit diesen Schmuggelfahrten will er nichts zu tun haben.

Ebenso wenig wie die in Salzburg als Angestellte arbeitende Serbin (31): "Ich habe zwar gewusst, dass mein Mann da in etwas verwickelt war. Aber ich habe nicht mitgemacht. Er hat die Zigaretten nie in der Wohnung, sondern immer im Keller oder im Kofferraum seines Autos versteckt."

Teilgeständnis abgelegt

Ihr Ehemann (33) legte als Einziger ein Teilgeständnis ab: "Ja, ich habe bei einer Tankstelle bei Salzburg- Nord die Zigaretten von einem Busfahrer übernommen und dann verkauft."

Allerdings nur rund 1.000 Stangen, und nur zwischen Sommer 2008 und Jänner 2009. Richter Helmuth Marco Torpier hätte gerne den Namen des Busfahrers erfahren, aber den will der Serbe um keinen Preis bekannt geben: "Den kann ich nicht sagen. Aus Angst um meine Familie."

"Ich bekomme anonyme Morddrohungen"

Seine Frau pflichtete ihm bei: "Seit das Verfahren begonnen hat, bekomme ich anonyme Morddrohungen, mein Auto ist schon von vorne bis hinten zerkratzt worden. Die Polizei ist informiert und überwacht jetzt mein Telefon." Der Prozess wurde vorerst vertagt.

von Manfred Heininger, "Salzburger Krone"

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