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26.09.2017 - 06:50
Foto: Tschepp Markus

Schaulustiger fährt Polizisten (35) bei Großeinsatz nieder

26.04.2010, 10:45
Ein Schaulustiger hat am Sonntag in den frühen Morgenstunden in der Stadt Salzburg einen Revierinspektor angefahren, der während eines Großeinsatzes der Feuerwehr den Verkehr regelte. Der Lenker war nach eigenen Angaben von den Blaulichtern der Einsatzfahrzeuge abgelenkt worden und übersah den Polizisten. Der Beamte wurde schwer verletzt.

Gegen 3.30 Uhr brach das Feuer auf der Dachterrasse einer Penthouse- Wohnung im "Haus der Schönheit" an der Alpenstraße aus. 16 Fahrzeuge der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr waren innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Auch Polizisten waren im Einsatz, um den Verkehr zu regeln, weil durch den Großeinsatz die stadteinwärts führenden Fahrspuren blockiert waren.

Um 4.50 Uhr wollte der Revierinspektor vom Wachzimmer Gnigl die Alpenstraße in Richtung Zentrum Herrnau überqueren. Ein 26- jähriger Pinzgauer, der mit seinem Smart unterwegs war, sah den Polizisten zu spät. Er bremste erst im letzten Moment und erfasste ihn mit der Stoßstange. Der 35- jährige Beamte schlug auf der Windschutzscheibe auf, wurde mehrere Meter durch die Luft geschleudert und landete auf der Fahrbahn.

Kopfverletzungen und mehrere Brüche

Die bereits anwesenden Rettungskräfte kümmerten sich sofort um den schwer verletzten Polizisten. Auch der zusätzlich alarmierte Notarzt war rasch an der Unfallstelle. Der 35- Jährige wurde nach der Erstversorgung auf die UKH- Intensivstation eingeliefert. Franz Zauner, Journalbeamter der Polizei, zur "Krone": "Er hat Kopfverletzungen und Brüche im Beckenbereich erlitten."

Der Alkotest beim Smart- Fahrer verlief negativ. Der Pinzgauer gab an: "Meine momentane Aufmerksamkeit galt eher dem Feuer. Und ich war durch die vielen Blaulichter der auf der Straße stehenden Fahrzeuge abgelenkt."

Bewohner kamen mit dem Schrecken davon

Drei Personen, die in der Penthouse- Wohnung anwesend waren, konnten das Gebäude über das Stiegenhaus verlassen, eine erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Was die genaue Brandursache war, muss von der Spurensicherung noch erhoben werden. Branddirektor Eduard Schnöll zur "Krone": "Auf der Veranda stand ein Gasgriller. Die angeschlossene Gasflasche ist ausgebrannt, zwei weitere 11- Kilo- Flaschen daneben konnten wir per Wasserstrahl abkühlen, sodass nichts passiert ist."

Mehr Probleme als das über zwei Drehleitern rasch gelöschte Feuer auf der Terrasse bereiteten die Flammen, die sich durch einen Schacht in den Dachstuhl ausgebreitet hatten. Schnöll: "Die Einsatzkräfte unter Leitung von Horst Reiter mussten den Dachstuhl aufreißen, um im Inneren das Feuer bekämpfen zu können."

Nicht der erste Unfall dieser Art

Der Beamte der Polizeiinspektion Gnigl war schon der zweite Polizist, der innerhalb von nur 30 Stunden von einem Auto angefahren und schwer verletzt wurde. Erst Freitagnacht wurde auf der Umfahrung Bischofshofen ein 42- jähriger Beamter der Sektorstreife "St. Johann 1" von einem Pkw über die Böschung geschleudert, er erlitt dabei einen Bruch des Sprunggelenks. Der Pongauer nahm gerade einen Wildunfall auf und trug, im Gegensatz zu seinem Salzburger Kollegen, sogar eine gelbe Warnweste.

von Manfred Heininger (Salzburger Krone) und krone.at

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