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26.09.2017 - 07:01

Salzburgs Status als "Weltkulturerbe" gefährdet?

14.10.2009, 10:37
Einen Geheimplan für den siebenspurigen (!) Ausbau der Nonntaler Brücke im Herzen von Salzburg hat die Wirtschaftskammer ausgetüftelt. Weil sie weiterhin einen Tunnel durch den Kapuzinerberg möchte, ließ sie ein Konzept ausarbeiten. Und das sieht auf der Brücke fünf Fahrspuren für den Autoverkehr, zwei weitere für Radfahrer und Fußgänger sowie zwei gigantische Kreisverkehre vor.

Die Pläne sind noch streng geheim – aber sie heizen die Debatte um das Verkehrschaos in Salzburgs Innenstadt wieder neu an: Die Nonntaler Brücke über die Salzach soll auf sieben Spuren verbreitert werden. So steht es im Verkehrskonzept, das die Wirtschaftskammer ausarbeiten ließ. Das Land übernahm dabei einen Teil der Planungskosten von 160.000 Euro.

Die Kammer möchte auf diesem Weg den seit Jahrzehnten diskutierten und stets abgelehnten Kapuzinerberg- Tunnel durchsetzen. Und nimmt einen gigantischen Straßen- Ausbau im Herzen der Innenstadt in Kauf.

Die Nonntaler Brücke soll um drei Spuren verbreitert werden – fünf wären für Autos reserviert, zwei für die Radfahrer und Fußgänger. Damit nicht genug: Ein- und Ausfahrt zum Tunnel führen laut Plan je zweispurig nur wenige Meter vorm Unfallspital vorbei. Die Autolawine soll über die Brücke in drei Spuren Richtung Unfallkrankenhaus rollen, in Gegenrichtung sind für den Pkw- Verkehr immerhin zwei Fahrbahnen vorgesehen.

Die Kreuzungen auf dem Rudolfsplatz und dem Rehrl- Platz müssen dafür großzügig ausgebaut werden: Da ist jeweils eine Art von  dreispurigem Kreisverkehr geplant.

Anrainer nicht eingebunden

Ob diese Pläne verwirklicht werden können, ist noch völlig offen. Denn schon beim letzten Um- und Ausbau der Brücke 2004 hagelte es Proteste – da hatte man „vergessen“, die Anrainer zu informieren. Sie wurden aber auch bei den neuen Ausbauplänen nicht eingebunden.

Außerdem herrscht im Schloss Mirabell die Sorge, dass der riesige Ausbau der Brücke den Status der Altstadt als Weltkulturerbe gefährden könnte. Grund für diese Angst ist der Fall Dresden: Dort ließ die Stadt im Elbtal die sogenannte Waldschlösschenbrücke errichten.

"So eine Strafe wäre verheerend"

Für die Welt- Organisation UNESCO reichte das aus, um der ostdeutschen Stadt heuer den Titel „Weltkulturerbe“ wieder abzunehmen, den sie erst 2004 erhalten hatte. „So eine Strafe wegen des Brückenbaus wäre für Salzburg verheerend“, meinen die Touristiker.

Von R. Redtenbacher, "Salzburger Krone"

Symbolbild

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