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23.08.2017 - 03:09
Foto: Klaus Kreuzer

Salzburgerin rettet Tochter aus reißendem Fluss

26.05.2009, 10:41
Eine Mutter hat am Montagnachmittag in Unternberg im Salzburger Lungau wie eine Löwin um das Leben ihres Kindes gekämpft. Ein Kinderwagen mit der kleinen Christina an Bord hatte sich völlig unerwartet in Bewegung gesetzt und war in die Hochwasser führende Mur gerollt. Die Mutter, die in der Nähe am Feld arbeitete, musste gleich zwei Mal in den reißenden Fluss springen, bis sie endlich den Arm ihres Kindes zu fassen bekam und es ans Ufer ziehen konnte.

Der Kampf um Leben und Tod spielte sich am Montag gegen 16 Uhr im Unternberger Ortsteil Neggerndorf ab. Dort war die zwei Jahre alte Christine in ihrem Kinderbuggy mit der Oma auf Spazierfahrt. Dabei kamen die beiden auch bei der Fütterungshalle des elterlichen Anwesens vorbei, das direkt an der Mur liegt.

Bremse löste sich

Danach setzte die 71- jährige Altbäurin ihr Enkerl wieder in den Kinderwagen und schnallte es mit dem Sicherheitsgurt fest. Ein riesiges Glück, wie sich wenig später herausstellen sollte. Denn als die Großmutter das Hallentor schließen wollte, löste sich plötzlich die Feststellbremse und der Kinderwagen setzte sich auf der leicht abschüssigen Rampe in Bewegung.

Über den Treppelweg und die Böschung rollte der Wagen mit der kleinen Christina in die Mur. Zum Entsetzen der Mutter, die bei der Feldarbeit alles beobachtete. Und in der Folge sensationell reagierte. "Sie sprang gleich in die Fluten, musste aber bald erkennen, dass sie die Fließgeschwindigkeit unterschätzt und den Kinderwagen nicht erreicht hatte", berichtet Gruppeninspektor Wolfgang Klampfer von der Polizeiinspektion Tamsweg.

Also kletterte die Landwirtin noch einmal ans Ufer, lief etwa 150 Meter flussabwärts, um dort noch einmal ins Wasser zu springen. Und diesmal schaffte sie es tatsächlich, einen Arm ihrer Tochter zu erreichen und zog Kind und Wagen ans rettende Ufer. Weil Christina angegurtet war, ging sie nicht sofort unter und wurde abgetrieben.

Erfolgreiche Reanimation

"Dennoch war das Kind bewusstlos, aber die Mutter hat noch einmal super reagiert und sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen, die auch erfolgreich waren", schildert Notfallsanitäter Bernhard Zehner, der nur wenige Minuten später am Unfallort eintraf: "Da hat die Kleine schon wieder aus Leibeskräften geschrien. Sie war leicht unterkühlt, wir haben sie nach der Erstversorgung ins Spital nach Schwarzach gebracht."

Dort übernahm Oberärztin Ingrid Walser: "Der Zustand des Kindes ist derzeit stabil, sie bleibt zur Beobachtung vorerst bei uns."

von Gernot Huemer, Kronen Zeitung
Symbolbild

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