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19.08.2017 - 06:09
Flüchtlings-Einsätze gehen nur mit Überstunden, Urlaubssperren.
Foto: Markus Tschepp

Salzburg fehlen mehr als 200 Polizisten

19.01.2016, 09:00

Gewerkschafter Walter Deisenberger schlägt im großen "Krone"- Interview Alarm: 70 Beamte sind täglich im aufreibenden Flüchtlingseinsatz, für den Polizei- Alltag fehlen Kräfte.

"Krone": Herr Deisenberger, wie schafft die Polizei das mit dem täglichen Flüchtlings- Ansturm?
Deisenberger: Wir arbeiten seit Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst schwer am Anschlag, bisher ging das nur mit vielen Überstunden und mit sehr viel gutem Willen, es ist ein gewisses Erschöpfungs- Szenario zu beobachten. In Teilbereichen ist der Druck so groß, dass er der psychischen und physischen Gesundheit der Beamten nicht gut tut. Der Unmut ist ziemlich groß und die Stimmungslage bei uns ist nicht gut.

"Krone": Wie viele Beamte müssen sich im Normalfall täglich um die Flüchtlinge kümmern?
Deisenberger: Das sind 60 bis 70 Leute, die sich mit dem Transport und der Aufnahme der Flüchtlinge befassen, sie werden dazu natürlich von anderen Dienststellen abgezogen und fehlen dort.

"Krone": Abgezogen werden sie etwa von den Polizei- Inspektionen Lehen und Maxglan, einem Stadtteil, wo sich zuletzt die Einbrüche massiv häuften?
Deisenberger: Das liegt in der Natur der Sache. Natürlich leiden andere Aufgaben der Polizei darunter, es ist ja eine Milchmädchenrechnung: Dann muss nach Prioritäten gearbeitet werden, darunter leidet dann der Außendienst und unsere Präsenz auf den Straßen.

"Krone": Besonders Frauen klagen: Ich trau mich abends nicht mehr auf die Straße, viele Jogging- Routen an den Kais oder auf Stadtbergen werden gemieden. Was sagen Sie diesen Salzburgerinnen?
Deisenberger: Es ist bedauerlich, wenn sich das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen zum Negativen hin ändert. Von der Statistik her ist das schwer zu belegen. Allerdings: Ich bekomme hier keine aktuellen Zahlen über Vorfälle zu sehen.

"Krone": Jetzt ist die Polizei ja seit Jahren personell chronisch unterbesetzt?
Deisenberger: Ja, das hat natürlich jetzt auch fatale Folgen. Uns fehlen momentan Reserven. Es ist nicht auszumalen, wenn jetzt noch andere Katastrophen oder Großereignisse auf uns zukämen. Ich weiß nicht, wie wir das bewältigen sollten.

"Krone": Wie viele Polizisten fehlen konkret?
Deisenberger: Die wichtigste Kennzahl für uns ist der sogenannte dienstbare Stand, das heißt die Zahl jener Beamten, die tatsächlich zur Verfügung stehen. Und da fehlen uns momentan mindestens 200 Beamte auf die insgesamt 1510 Exekutiv- Planstellen im Land.

"Krone": Polizeidirektor Dr. Franz Ruf spricht allerdings von nur 100 Beamten, die er zusätzlich haben möchte?
Deisenberger: Bei den 200 Beamten, die nach unserer Ansicht fehlen, rechnet die Polizeispitze ja 100 Polizeischüler so mit ein, als ob sie Dienst tun könnten. Sie stehen ja im Alltag nicht zur Verfügung, genau so wie Polizistinnen in Karenz oder Beamte, die eine Weiterbildung absolvieren.

"Krone": Wann ist Verstärkung für Salzburg in Aussicht?
Deisenberger: Im März sind 25 Polizeischüler mit der Ausbildung fertig, da gibt es eine gewisse Entlastung.

"Krone": Was ist derzeit die größte Belastung für die Beamten ?
Deisenberger: Dass es ewig so weiter gehen könnte wie bisher. Das nicht absehbare Ende der Flüchtlingswelle und die fehlenden Lösungen - das nagt an der Substanz."

19.01.2016, 09:00
Wolfgang Weber, Kronen Zeitung/red
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