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25.09.2017 - 15:52
Foto: APA/BARBARA GINDL

RH übt heftige Kritik an den Salzburger Festspielen

21.06.2011, 04:54
Seit Februar warten die Kulturfreunde in Salzburg gespannt auf diesen Bericht, seit Montag liegt er endlich vor: Auf 120 Seiten haben die Prüfer des Rechnungshofes haarklein aufgelistet, was bei den Festspielen schiefläuft und wie Karten um Millionen verschenkt werden. "Verschluss! Nicht für die Veröffentlichung bestimmt!", steht auf dem Rohbericht – die "Krone" hat schon ein Exemplar.
Rechnungshof- Boss Josef Moser und sein Team prüften monatelang Bücher, Verträge und Rechnungen – jetzt gehen sie voll auf die Festspiele los. 16,2 Millionen Euro überwiesen Bund, Land, Stadt und der Tourismusfonds 2009/10 an Subventionen für das Festival, die Steuerzahler legten für jedes einzelne Ticket stattliche 64,63 Euro dazu, rechnen die Prüfer trocken vor.

Opern- Kalkulationen oft reines Glücksspiel

Vor allem bei den Opern waren die Kalkulationen oft ein reines Glücksspiel: Bis zu 40 Prozent wurden die Ausgaben bei den Produktionen überschritten. In anderen Fällen gaben die Festspiele dafür 37 Prozent weniger aus als geplant. Und für die moderne Oper "Luci mie traditrici" von Salvatore Sciarrino wurde auf die Kosten für Dekoration und Bühne überhaupt vergessen: Diese Ausgaben waren gar nicht im Plan.

Bei der Gluck- Oper "Orfeo ed Euridice" (Dirigent war Riccardo Muti) tobte sich Dieter Dorn für seine Inszenierung 2010 aus. Er brauchte stattliche 196.000 Euro extra für "nicht veranschlagte Kostüme". Bei den Kostümen gibt es ohnehin Probleme: Die Prüfer bekritteln auch, dass für Rossinis Oper "Moïse et Pharaon" 2010 nichts inventarisiert wurde – weder Dekorationen noch Kostüme noch Perücken. Dieser Fehler geschah auch bei Schrekers Oper "Die Gezeichneten" 2005. Dafür lagen für 22 Produktionen die Kostüme noch im Fundus, obwohl sie niemand mehr braucht. Darunter auch für drei "Jedermänner" aus den Jahren 1990, 1995 und 2002. Wert der Sachen: 423.000 Euro.

Weiters ließ das Direktorium von einer Beraterfirma eine "Organisations- Untersuchung" machen. Immerhin 128.000 Euro waren dafür nötig, eine Genehmigung vom Kuratorium gab es dafür nicht. Dieser Auftrag wurde "freihändig" vergeben. Die Berater machten dafür später eine "Power- Point- Präsentation", andere Konsequenzen hatte die teure Studie nicht.

Viel Geld für die "zukünftigen" Intendanten

Ein ansehnliches Gehalt bekommen übrigens nicht nur Direktorium und Intendanten, sondern auch die "zukünftigen" Intendanten, die schon bestellt, aber noch nicht im Amt sind. Weil sie bereits an späteren Produktionen arbeiten, bekommen sie zwischen 20 und 45 Prozent ihres Gehalts, dazu Dienstauto und Miet- Beihilfe. Das wird damit gerechtfertigt, dass sie ja schon jetzt den Job machen und das Geld verdienen. Im Gegenzug wurde aber scheidenden Intendanten wie Jürgen Flimm auch nichts vom Gehalt abgezogen, obwohl sie sich schon auf neue Jobs anderswo vorbereiteten.

21.06.2011, 04:54
Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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