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19.08.2017 - 06:50
Personal-Landesrat Josef Schwaiger greift in der Verwaltung hart durch.
Foto: Markus Tschepp

Revolte gegen Chef der Personalabteilung

10.04.2015, 21:04
Donnerstag revoltierten die Referatsleiter in der Personalabteilung des Landes: Gemeinsam legten sie eine Sachverhaltsdarstellung gegen ihren Chef, Hofrat Gerhard Loidl, vor. Er wurde für die Untersuchungen auf eigenen Wunsch vom Dienst freigestellt. Personal-Landesrat Josef Schwaiger spricht über die Hintergründe.

"Krone": Herr Landesrat, hat es so einen Aufstand im Amt gegen einen Hofrat schon einmal gegeben?
Schwaiger: Nein, so etwas war noch nie da. Das zeugt aber auch von der hohen Qualität der Mitarbeiter, dass sie so einen Schritt machen, um etwas aufzuzeigen.

"Krone": Die Vorgangsweise mit einer Sachverhaltsdarstellung gegen Hofrat Gerhard Loidl stört Sie nicht?
Schwaiger: Nein, es ist nicht so wichtig, wie die Dinge auf den Tisch kommen. Hauptsache ist, dass sie kommen. Unser Ziel muss sein, alle derartigen Sachen zu erfahren, sie zu bündeln und eines nach dem anderen abzuarbeiten. Nur so kann es gelingen, unsere Verwaltung effizienter zu machen und den Leuten das Vertrauen in das Amt wieder zu geben.

"Krone": Gab es vor der Revolte im Amt keine Hinweise auf die schweren Konflikte in der Personalabteilung?
Schwaiger: Nur Gerüchte, nichts Genaues. Die Unstimmigkeiten müssen letztes Jahr im Sommer begonnen haben.

"Krone": Hofrat Loidl ist jetzt der vierte Fall eines Spitzenbeamten in wenig mehr als zwei Jahren…
Schwaiger: …davon drei alleine in den letzten zehn Monaten. Das ist sehr viel, wenn man bedenkt, dass wir im Land nur 19 Hofräte haben.

"Krone": Was läuft da schief?
Schwaiger: Früher wurde oft nicht so genau hingeschaut, obwohl man gerüchteweise schon wusste, dass etwas nicht in Ordnung ist. Wir müssen da einiges neu aufstellen. Gute Worte und Warten bis zur nächsten Weihnachtsfeier, damit sich alle wieder vertragen – das genügt nicht.

"Krone": Sie sind fürs Personal politisch verantwortlich und kennen das Amt ja bestens, weil sie selbst 20 Jahre in der Agrarabteilung waren, auch als Leiter. Woran krankt es?
Schwaiger: Das sind Probleme, die es auch in großen Betrieben gibt. Aber in der Verwaltung ist man nicht gewöhnt, dass daran etwas geändert wird. Dazu braucht es auch Entschlossenheit, da muss auch die Politik her stehen. Und im Amt dürfen wir die ,andere Welt’, also die Privatwirtschaft, nie vergessen. Wir können es uns nicht leisten, so weiter zu tun wie bisher. Das lässt sich aber nicht per Schalterdruck ändern, das ist ein längerer Prozess.

"Krone": Wo wollen Sie ansetzen?
Schwaiger: Ich glaube, das neue Gehaltsschema wird ein guter Ansatz. Und wir müssen im Amt die Dinge mit Hausverstand erledigen, nicht akademisch abgehoben. Gezielte Ausbildungen von Lehrlingen oder etwa zum Buchhalter sind wichtig. Wir müssen schauen, was nötig ist und was nicht, was man abschaffen kann. Intern wurden die Effizienz der Arbeit und Zufriedenheit der Mitarbeiter leider lange vernachlässigt.

10.04.2015, 21:04
Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung
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