Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
22.08.2017 - 22:38
Foto: MAISLINGER

Rechnungshof- Kritik an hoher Gage für Müllchef Steger

10.12.2010, 09:55
47 Seiten hat der brandneue Bericht des Rechnungshofes über das Abfall-Imperium von Siggerwiesen – es ist eine Abrechnung mit der Ära des Ex-Chefs Kurt Steger. Er verdiente mehr als die Landeshauptfrau, kassiert eine Traumpension und gab auch Geld recht locker aus. Die Kunden bezahlen das durch ihre Müllgebühren.

15.912 Euro im Monat – das Bruttogehalt der Landeshauptfrau. Und zugleich die Obergrenze für Bezüge in öffentlichen Betrieben. Aber in der SAB (Salzburger Abfallbeseitigung) von Siggerwiesen gab sich der langjährige Chef Kurt Steger mit so einem Lohn nicht zufrieden.

Vertrag ohne Ausschreibung verlängert

Er kassierte gleich dreimal: Bei der SAB und als Chef im Reinhalteverband und auch im Wasserverband. Mit seinem Dreifachbezug lag Steger ganz "deutlich über den höchsten Bezügen der politischen Funktionäre des Landes", stellte der Rechnungshof entsetzt fest. Auch in der Rente muss der Ex- Müll- Manager nicht darben: Er hat eine Pension als Senatsrat, weil er im Magistrat freigestellt und ans Müll- Reich "verliehen" war, aber alle Vorrückungen erhielt. Und eine Zusatzpension aus Siggerwiesen, die laut Prüfern "wesentlich" über den üblichen Werten liegt. Als Stegers Vertrag Ende 2004 um elf Monate verlängert wurde, passierte auch das "ohne Ausschreibung" – also gesetzwidrig.

Kosten von Informationszentrum explodierten

Dabei führte Steger auch den Aufsichtsrat in Siggerwiesen an der Nase herum. 2004 plante er ein "Umwelt- Informationszentrum". Das sollte 650.000 Euro kosten – 400.000 der Bau, 250.000 die "multimediale Ausstattung". Der Aufsichtsrat sagte Nein: Mehr als 515.000 Euro werden nicht genehmigt, wurde festgelegt. Doch schon bei der Ausschreibung wurden die Kosten um 30 Prozent überschritten – weil eine Teeküche und ein behindertengerechtes WC eingebaut wurden, wiegelte Steger ab. Bis zur Eröffnung im September 2005 schnalzten die Kosten auf unglaubliche 883.000 Euro hinauf – 71 Prozent mehr als genehmigt.

Auch fürs Personal gab es Zuckerln: Die Arbeiter- Löhne liegen im Schnitt um 38 Prozent über dem Kollektivvertrag, die der Angestellten um satte 15,5 Prozent. Das liegt unter anderem an freiwilligen Biennal- Sprüngen um je 5 Prozent, die Steger eingeführt hatte.

Josef Pultar, der neue Siggerwiesen- Chef, erhält deutlich weniger Gehalt als sein Vorgänger – er schreibt jetzt Gewinne im Müll- Konzern, kämpft aber noch immer gegen die hohen Personalkosten, die Steger hinterließ. FP- Klubobmann Andreas ist entsetzt über "diese teuren Privilegien. Da muss unbedingt hart gespart werden. Denn die Kosten müssen alle Salzburger mit ihren Abfallgebühren bezahlen!"

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum