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18.08.2017 - 13:00

Raubopfer: "Glaube hat mir die Kraft für heute gegeben"

21.03.2013, 08:24
Franz Haidinger hat die Folgen des brutalen Überfalls in seinem Bauernhaus in Salzburg mit der Kraft des Glaubens gemeistert. Seinen Rosenkranz trägt der rüstige Pensionist aus Straßwalchen immer bei sich. Der 80-Jährige war am 6. September des Vorjahres von Räubern überfallen, gewürgt und mit einem Messerstich in den Oberschenkel schwer verletzt worden. Am Mittwoch kam es zu einem gerichtlichen Lokalaugenschein am Tatort - und einem Wiedersehen mit den mutmaßlichen Tätern.

"Krone": Herr Haidinger, wohnen Sie noch in ihrem Haus in Haselroid?
Franz Haidinger: Nach dem Überfall bin ich hinuntergezogen ins Altersheim nach Straßwalchen. Da war mir das hier alles viel zu unheimlich.

"Krone": Aber jetzt kommen Sie wieder öfter herauf in ihr altes Bauernhaus?
Haidinger: Ja, jeden Tag. Ich muss ja meine zwei Katzen versorgen. Ich heize mir den Kachelofen ein und habe wieder ein gemütliches Zuhause.

"Krone": Mit Fernsehapparat?
Haidinger: Und mit Videorecorder. Da programmiere ich die interessantesten Sendungen und sehe sie mir später an.

"Krone": Was sehen Sie am liebsten?
Haidinger: Religiöse Sendungen.

"Krone": Da haben Sie zuletzt sicher die vielen TV- Übertragungen mit dem neuen Papst mitverfolgt.
Haidinger: Die habe ich mir im Altersheim angeschaut. Da habe ich auch einen Fernseher.

"Krone": Wie kommen Sie zwischen Altersheim und Bauernhaus hin und her?
Haidinger: Ich fahre selbst. Ich bin ein 80- jähriger Chauffeur. Gott hat mir Gesundheit gegeben.

"Krone": Am 6. September 2012 war's aber um ihre Gesundheit schlechter bestellt.
Haidinger: Leider. Einer der Räuber hat mich in der Küche an der Gurgel gepackt und so stark gewürgt, dass ich heute noch heiser bin. Die Stimmbänder wurden verletzt. Früher habe ich in der Kirche immer mitgesungen. Das kann ich heute nicht mehr.

"Krone": Und Sie sind ja nicht nur gewürgt worden.
Haidinger: Ich wurde an Händen und Füßen gefesselt, war unbeweglich. Dass ich mich davon befreien konnte, war ein Wunder von oben. Sonst wäre ich womöglich verblutet. Ich hatte eine tiefe Stichwunde im Oberschenkel, eine zweite am Daumen.

"Krone": Sie haben die Männer schon gekannt?
Haidinger: Die Wochen zuvor waren sie schon zweimal da. Da habe ich ihnen jedes Mal 50 Euro gegeben. Das letzte Mal nur zehn, und ich habe gesagt, dass ich ihnen nicht mehr so viel geben kann. Da sind sie wütend geworden und haben den Tresor im 1. Stock aufgebrochen. Da waren Geld und Dokumente drin.

"Krone": Herr Haidinger, wie haben Sie den heutigen Tag überstanden?
Haidinger: Mit dem Glauben (zieht einen Rosenkranz aus der Jackentasche). Der hat mir die Kraft gegeben...

21.03.2013, 08:24
Manfred Heidinger, Kronen Zeitung
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