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20.09.2017 - 20:35
Foto: APA/BARBARA GINDL

Psychisch Kranker muss nach Messer- Attacke in Anstalt

08.03.2011, 17:32
Offenbar von inneren Stimmen getrieben hat ein 22-Jähriger einem Polizisten im November 2010 in der Stadt Salzburg ein Messer an den Hals gesetzt – nun ist es zum Prozess gekommen. Laut Staatsanwalt Andreas Allex hatte der Mann versucht, den Beamten niederzustechen. Dieser habe aber ausweichen können. Das Urteil fiel dann am Dienstagnachmittag: Der 22-Jährige wird in eine Anstalt für geistig abnorme, zurechnungsunfähige Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Die Laienrichter bejahten zwar einen versuchten Mord an dem Polizisten, da der Pinzgauer laut einem Gerichtssachverständigen aber zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig war, ist er auch nicht schuldfähig. Jetzt gibt's eine unbedingte Einweisung in eine Anstalt.

22- Jähriger fühlte sich verfolgt

Der 22- Jährige, der an paranoider Schizophrenie leidet, habe sich offensichtlich von Staat und Polizei verfolgt und hypnotisiert gefühlt, hatte der Staatsanwalt in seiner Eröffnungsrede erklärt. An jenem 8. November hätten ihn diese Stimmen wieder beleidigt, "die Polizei ist in mein Bewusstsein eingedrungen", erzählte der junge Mann dem Gericht. Deshalb holte er ein Klappmesser mit einer Klingenlänge von acht Zentimetern aus seiner Wohnung in Liefering, marschierte zu dem Polizeibus, der auf der Straße stand, öffnete die Schiebetür und wollte dem Beamten einen Zettel geben.

"Ich wollte nur ein guter Mensch sein"

Der schickte ihn weg, weil er gerade bei einer Lenkerin einen Alkomat- Test wegen eines Verkehrsunfalles vornahm. Erneut schob der Pinzgauer die Türe des Unfallkommando- Wagens auf, steckte dem Polizisten den Zettel zu, mit den Worten: "Warum habt ihr mich nicht leben lassen. Ich wollte nur ein guter Mensch sein, ich wollte mich integrieren." Dann habe er mit der linken Hand das Messer genommen und es dem Beamten an den Hals gesetzt, erzählte der 22- Jährige. "Sie sagten einmal, Sie wollten ihn niederstechen", fragte der vorsitzende Richter Manfred Seiss. "Ich habe selbst entschieden, dass ich ihn mit dem Messer bedrohen soll", antwortete der Mann.

Der attackierte Polizist erfasste den Arm des Pinzgauers allerdings und schlug diesen so lange gegen einen Tisch in dem VW- Bus, bis der 22- Jährige das Messer fallen ließ. "Glücklicherweise ist die Tat glimpflich ausgegangen", sagte der Staatsanwalt. Der Polizist erlitt Hautabschürfungen am Hals und an einem Finger. "Daraus lässt sich nicht schließen, dass er jemanden töten wollte", meinte Verteidiger Thomas Schwab. "Der Betroffene war über sechs Jahre lang Boxer - er kann zielgerichtet schnell schlagen. Er sieht es mittlerweile selbst als absurd an, was er getan hat. Er stand unter dem Einfluss der Krankheit."

Pinzgauer hört seit drei Jahren innere Stimmen

Seit drei Jahren hört der Pinzgauer innere Stimmen, er war auch schon mehrmals in psychiatrischer Behandlung. Der neuropsychiatrische Gutachter Ernst Griebnitz empfahl eine Einweisung, weil der Mann gefährlich sei.

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