Jetzt ist es fix

Peter Alward wird neuer Leiter der Osterfestspiele

Salzburg
11.02.2010 13:58
Der Brite Peter Alward wird neuer Leiter der Salzburger Osterfestspiele. Das wurde am Donnerstag im Anschluss an die Sondersitzung des Kuratoriums der Osterfestspiele bekanntgegeben. Der 59-Jährige wird auf Michael Dewitte folgen, der vor wenigen Tagen entlassen worden war.

Peter Alward erhält als Intendant der Salzburger Osterfestspiele einen Drei-Jahres-Vertrag, den er sofort antritt. Bernd Gaubinger bleibt interimistischer Geschäftsführer, der alle Ausgaben gegenzeichnen wird. Seine ehrenamtlichen Agenden sollen zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt auf Alward übergehen.

Eintrittskarten in Zukunft leistbarer?
"Ich verspreche jedem hier in diesem Raum, dass man in Zukunft nur noch über die künstlerischen und wirtschaftlichen Erfolge der Osterfestspiele sprechen wird und Vergangenes in dieser Art kein Thema mehr sein wird", sagte Alward bei der heutigen Pressekonferenz. "Wir haben in fünf Wochen ein Festival zu veranstalten, und es hat jetzt lange genug unangenehme Schlagzeilen gegeben. Jetzt wird es Zeit, den Blick vorwärts auf die Kunst zu richten." Der neue künstlerische Leiter der Osterfestspiele kündigte Überlegungen an, die Eintrittskarten künftig leistbarer zu machen.

Provisionen ausgeschlossen
Laut Landeshauptfrau Gabi Burgstaller seien in Alwards Vertrags ähnlich wie bei jenem des künftigen Festspiel-Intendanten Alexander Pereira Provisionen von Sponsorzahlungen ausgeschlossen. Nicht ausgeschlossen seien hingegen Sonderprämien für besondere Leistungen. Dies bedürfe aber eines Beschlusses der Gesellschaft.

Bis 2004 Präsident von EMI Classics
Mit Peter Alward gelangt ein enger Freund Herbert von Karajans an die Spitze der Salzburger Osterfestspiele. Der ehemalige Präsident von EMI Classics (bis 2004), der bis zuletzt als Musikmanager und Konsulent tätig war, ist in Salzburg bereits im Kuratorium der Stiftung Mozarteum sowie in der Jury zum Dirigentenwettbewerb der Salzburger Festspiele vertreten. Auch von Karajans Witwe, Stiftungspräsidentin Eliette von Karajan, wurde der 59-jährige Pianist favorisiert.

Rascher Aufstieg bei EMI
Peter Alward wurde am 20. November 1950 in London geboren und lebt heute im bayrischen Freilassing. Seine Klavierstudien vollendete er in der Guildhall School of Music, schon ab 1968 war er für Simrock Music Publishers tätig. Bald darauf folgte der Einstieg, dann rasch der Aufstieg bei EMI: Zwischen 1976 and 1983 war Alward in München, um für das European Classical Coordinator von EMI zu arbeiten. 1985 wurde er zum Vizepräsident ernannt, 1996 zum Senior Vice und A&R Director. Bereits in dieser Zeit war Alward verantwortlich für Aufnahmen und Karriere-Entwicklung von Größen wie Simon Rattle, Itzhak Perlman oder Nigel Kennedy.

Besondere Beziehung zu Karajan
Eine besonders enge Beziehung pflegte Alward zu Herbert von Karajan, den er 2008 in einem Interview als seinen "musikalischen Ziehvater" bezeichnete. Als europäischer Koordinator für die klassische Musik und Artist & Repertoire Manager von EMI Classics arbeitete er mit Karajan für jede seiner Aufnahmen zusammen und war schließlich auch persönlich eng mit ihm verbunden. Zwischen 2002 und 2004 hatte Alward die Position als Präsident von EMI Classics inne.

Beste Kontakte
Auch als Musikmanager und -berater machte sich Alward bereits bei vielen Stationen einen Namen, etwa schon 1998 im Advisory Board des Royal Opera House Covent Garden. Beste Kontakte zu beliebten Dirigenten in Salzburg dürften ihm außerdem nicht nur die Zusammenarbeit mit Simon Rattle, sondern auch seine ehrenamtlichen Beratertätigkeiten etwa für das von Franz Welser-Möst geleitete Cleveland Orchestra oder für das West-Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim gebracht haben.

Auch als Nachfolger Flimms im Gespräch
In Salzburg, wo sein Name auch durch seine Tätigkeit in verschiedenen Gremien gut bekannt ist, war Alward bereits in der Intendantensuche für die Nachfolge Jürgen Flimms im Gespräch - er hatte sich allerdings nicht beworben.
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