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21.08.2017 - 01:42
Foto: Markus Tschepp (Symbolbild)

Notaufnahme war gesperrt

12.01.2016, 13:14

Da trauten einige Patienten ihren Augen nicht: Die Interne Notfallambulanz an der Chirurgie West war Sonntag am späten Abend geschlossen. Per Computer- Ausdruck an der Tür wurden Hilfesuchende abgewiesen: "Gesperrt, wenden Sie sich an die Barmherzigen Brüder!" stand da geschrieben. Dort wusste man davon aber auch nichts...

"Einfach unglaublich, es handelt sich doch um ein Zentralkrankenhaus mit Versorgungsauftrag", berichtet die Frau eines Patienten aus Obertrum entsetzt über die Vorkommnisse am Sonntag gegen 22 Uhr. Ihr Mann litt an Fieber und drückenden Schmerzen auf der Brust und hatte zuvor noch mit dem diensthabenden Hausarzt in Seekirchen gesprochen. Der riet ihm bei einer Verschlechterung das Spital aufzusuchen. Die Ärzte bei den "Barmherzigen Brüdern" stellten dann auch tatsächlich eine Herzmuskelentzündung fest. Auch ein weiterer älterer Patient sei völlig verzweifelt vor der Türe gestanden. Der Umweg zu den "Brüdern" war aufgrund einer Gehschwäche für ihn nur schwer zu bewältigen.

Bei den Barmherzigen wunderte man sich über den zusätzlichen Ansturm: "Ja, es sind einige Patienten aus den SALK gekommen", bestätigt der diensthabende Arzt. Ein Anruf von Arzt zu Arzt klärte schließlich den Fehler. Man wollte die Notaufnahme nicht sperren. Ein administrativer Mitarbeiter habe etwas völlig falsch verstanden, heißt es. "Wir haben den Fehler schnell behoben", bedauert Prof. Uta Hoppe, zuständige Primaria von der Kardiologie, den Vorfall. Und sie beruhigt alle Patienten, dass die Notaufnahme ansonsten immer für Patienten da sei. Auch die Versorgung kritischer Akutfälle habe immer funktioniert: Hubschrauber, Rettung, Aufnahmen im Schockraum - das alles sei im Normalbetrieb gelaufen. Der Fehler betraf laut Spitalsleitung nur "eine Türe". Noch in der Nacht wurde die Botschaft abmontiert.

Generell nur wenige echte Notfälle

Insgesamt gilt: Nur 62 Prozent der Patienten in der Notaufnahme - von Jänner bis Mai waren es knapp 12.000 - sind dringende Fälle. Sofortige Hilfe benötigt nur ein Prozent. Mehr als die Hälfte fährt selbst ins Spital, der Rest ruft die Rettung. Das erfuhr die SPÖ in einer Landtagsanfrage. Akute Ärztenot gebe es seit der Umwandlung von der Zentralen in eine Interne Notaufnahme nicht mehr. "Eineinhalb Diensträder werden allein von meiner Klinik besetzt", so Hoppe. Zwei weitere füllen andere Abteilungen. Fünf Ärzte kümmern sich tagsüber um eine optimale Versorgung. Landesvize Christian Stöckl bemüht sich weiterhin, mehr Patienten zu den praktischen Ärzten umzuleiten, verzichtet dabei aber auf ein "Bitte gehen Sie zum Hausarzt"- Schild…

12.01.2016, 13:14
Sabine Salzmann, Kronen Zeitung/red
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