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21.08.2017 - 16:41
Nobelpreisträger Univ. Prof. Dr. Konrad Lorenz: Verspottet!
Foto: Archiv

Nobelpreisträger als "Herr Lorenz" verspottet

22.12.2015, 10:34

Die Affäre um die Aberkennung des Ehren- Doktortitels von Nobelpreisträger Univ. Prof. Dr. Konrad Lorenz in der Universität Salzburg weitet sich aus: Nach einem genauen Studium des Bescheids hat der prominente Notar Dr. Robert Thaller sein Ehrenamt im Vorstand des "Alumni- Clubs" (Vereinigung von Absolventen der Universität) zurück gelegt.

Im Punkt 8 werden vom Verfasser des Dokuments dem Nobelpreisträger auch sämtliche akademischen Würden "aberkannt": Er wird wörtlich als "Herr Lorenz" bezeichnet. Dr. Robert Thaller dazu: "Mich trifft das persönlich, denn ich hatte enge Verbindungen zur Bewegung rund um das Konrad Lorenz- Hainburg- Volksbegehren." Thaller war als "fliegender Notar" für den Naturschützer Dr. Hannes Augustin tätig. Er bestätigte auf dem Alten Markt in Salzburg die Unterschriften jener Bürger, die sich gegen die Verbauung der Hainburger Au aussprachen. Außerhalb von Wien war Salzburg das Bundesland mit den meisten Stimmen.

"Konnten uns alle mit ihm identifizieren"

Dr. Thaller am Montag zur "Krone": "Dieser Idee bleibe ich verbunden, ich war vor einigen Jahren Landesrat für Naturschutz in der Landesregierung." Mit dem "Alumni- Club" möchte Thaller (er studierte römisches Recht) jedenfalls nichts mehr zu tun haben. "Das tut mir sehr weh, denn ich erinnere mich an den Festakt im Jahre 1983 in der Alten Residenz, bei dem Lorenz der Dr. h.c. feierlich verliehen wurde. Wir konnten uns alle mit ihm identifizieren, er war sozusagen der Übervater der Naturschutzbewegung in Österreich."

Ein sachliches Gespräch mit dem Rektor der Universität, dem Theologen Dr. Heinrich Schmidinger, möchte Prof. Dr. Bernd Lötsch führen. Er war bei der Hainburg- Bewegung einer der führenden Köpfe. Dr. Peter Weish von der Universität für Bodenkultur soll ihn zur Aussprache nach Salzburg begleiten. Als Grund für die Aberkennung des Ehrendoktorats nennt der Senat der Universität das Aufnahmegesuch von Dr. Lorenz in die NSDAP. Der Wissenschafter hat sich aber mehrmals klar und eindeutig von der Nazi- Ideologie distanziert und seine damaligen Äußerungen als "absoluten Blödsinn" bezeichnet. Prof. Lötsch übergab der "Krone" eine Erklärung des israelischen Biologen Dr. Elieser Hammerstein, in der dieser Lorenz verteidigt: "Ihm gebührt alle Ehre als selten großer Geist - mit menschlichen Schwächen."

22.12.2015, 10:34
Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung/red
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