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24.09.2017 - 02:05
Bettel-Szene in der Altstadt: Ein Anblick, der Meinungen spaltet.
Foto: Markus Tschepp

Neues Bettelbuch gibt Menschen eine "Sehhilfe"

04.11.2015, 07:20
"Wir wollen weg vom Klischee", sagt Pater Virgil Steindlmüller von St. Peter über die Grundidee. Das Buch "Betteln fordert heraus" beleuchtet die Armut auf der Straße aus allen Blickwinkeln und rollt das Thema Not auch historisch auf. Denn die Wiederkehr des Bettelns in der Salzburger Innenstadt lässt kaum jemanden unberührt...

Als Herausgeber treten die Caritas mit Direktor Johannes Dines, St. Peter, Michael König von der Diakonie und Helmut Gaisbauer vom Zentrum für Ethik und Armutsforschung der Universität Salzburg auf. Betteln sei nicht so einfach zu lösen, wie man etwa ein Auto repariere oder ein Beinbruch heilt, schreiben sie.

Auseinandersetzung ohne Vorurteile

Sie wollen den Herausforderungen klüger und menschlicher begegnen. Das Buch ist im Rahmen der Plattform "Armut hat Platz" entstanden. Am Mittwochabend wurde es im Romanischen Saal von St. Peter erstmals präsentiert. "Es war uns ein Anliegen, dass sich Menschen zu diesem Thema auch weiterbilden können", so Pater Virgil. Er bezeichnet es als "Sehhilfe, um die Armut richtig zu erkennen."

Auf mehr als 200 Seiten rücken dreizehn Autoren die Schicksale des Betteln in den Mittelpunkt. Sie gehen verschiedenen Fragen nach: Welche Dynamiken stehen hinter dem Bettler- Strom? Wie geht die EU damit um? Was passiert, wenn Scham zum Luxus wird? Hat Armut in jeder Gesellschaft ihren Platz? Wie bezeichnet man diese Menschen? Ursachen und Hintergründe werden analysiert. Eingebettet sind die wissenschaftlichen Beiträge in berührende Portraits von Betroffenen wie Ioanela aus Rumänien. Sie ist erst 27 Jahre jung und vierfache Mutter. Überschwemmungen machten die Not in ihrer Heimat unerträglich. In Salzburg fühlt sie sich gut aufgenommen: "Hier gibt es so viele großzügige Menschen. Auch die Behörden sind gut und die Polizei ist nicht aggressiv."

Einige geben gerne, andere nehmen den Anblick des Bettelns aber auch als verstörend wahr. Das Verbot auf einigen Plätzen der Altstadt ließ noch einmal die Emotionen hochgehen. "Armut war in der europäischen Geschichte immer schon ein Phänomen", blickt Caritas- Direktor Johannes Dines zurück. Bettelnde Menschen seien immer in die Enge getrieben. Viele Armutsmigranten treten auf die Straße. Die Inlands- Not bleibt hingegen meist noch hinter verschlossenen Türen.

Bettel- Buch ist im Handel zu erwerben

Vier Mal 200 Stück wurden aufgelegt. Das Buch "Betteln fordert heraus" ist im Handel oder auch bei den einzelnen Herausgebern zu erhalten.

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Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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