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16.08.2017 - 17:27
Der Betonmast lag quer über die Fahrbahnen. Der Lenker kam mit leichten Verletzungen davon.
Foto: Markus Tschepp

Neuer Alkohol- Unfall am Ort eines Dramas

06.08.2015, 20:00
Obwohl der Lenker zu viel getrunken hatte, setzte er sich in der Nacht zum Donnerstag gegen Mitternacht noch an das Steuer seines Wagens. Der 37-Jährige raste die Schallmooser Hauptstraße entlang und verlor in einer leichten Linkskurve auf der Höhe der Eni-Tankstelle die Kontrolle über seinen Wagen. Der Pkw kam von der Fahrbahn ab und prallte ungebremst gegen einen Betonmasten vor dem Tankstellenschild.

Der massive Mast stürzte durch die Wucht des Aufpralls um und blieb quer über die Fahrbahn liegen. Die Oberleitung und die Straßenbeleuchtung wurde dadurch zerstört. Der Lenker kam mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei holte den Mann zum Alko- Test. Er hatte fast 1,9 Promille.

Die Schallmooser Hauptstraße war während der Aufräumarbeiten stundenlang gesperrt. Vor dem Abtransport des Verletzten kam es zu einem Problem. Die herunterhängende Oberleitung verfing sich ausgerechnet im Blaulicht eines Rettungswagens. Dieser war vorerst nicht einsatzfähig, deshalb musste ein zweites Fahrzeug gerufen werden, das den Transport übernahm.

"Unsere Mannschaft hat gemeinsam mit der Feuerwehr bis fünf Uhr früh gearbeitet, um die Leitungen provisorisch zu befestigen", erklärt Karin Motzko von der Salzburg AG. In den kommenden Tagen muss noch der Mast ausgetauscht werden. Der Alkohol- Unfall ereignete sich am Ort eines Dramas, bei dem im Jahr 1996 eine junge Salzburger Studentin starb. Ihre tapfere Mutter startete Aktionen.

"Ich gebe den Kampf gegen den Alkohol am Steuer nicht auf!"

Es war der 9. Jänner 1996, als ein betrunkener Lenker (damals 47) - er hatte zwei Promille - zwei junge Frauen in der Salzburger Schallmooser Hauptstraße nieder fuhr. Der Amokfahrer flüchtete, die Verletzten wurden erst eine halbe Stunde später gefunden und dann versorgt.

Sigrun Benesch (damals 20) überlebte den Unfall nicht, sie starb nach elf Tagen im Spital. Ihre Mutter Sigrid sagte nach dem Tod der Tochter dem Alkohol am Steuer den Kampf an und tut dies bis heute. Tausende Pickerl klebten damals auf Autos und sie sind auch heute noch zu finden. In einer Broschüre beschreibt die Lehrerin außerdem die letzten Tage und Stunden ihres Kindes. "Ich war gerade erst in Konstanz und habe der Polizei mein Material vorbeigebracht", so Sigrid Benesch. Die Beamten in Baden- Württemberg verwenden dies, um Führerscheinneulinge für das Thema zu sensibilisieren.

"Ich halte es für sehr wichtig, dass man nicht aufgibt und immer wieder daran erinnert, was es für Folgen haben kann, sich alkoholisiert ans Steuer zu setzten. Sowohl für den Fahrer selbst, als auch für die schuldlosen Opfer", betont Benesch. "Das Wichtigste dabei ist aber die Zivilcourage! Wenn jemand sieht, dass wer betrunken wegfährt oder weiß, dass jemand oft alkoholisiert am Steuer sitzt, muss man handeln", appelliert die Mutter. "Man soll die Fahrer nicht überreden noch ein Glas zu trinken..."

06.08.2015, 20:00
Iris Wind, Markus Tschepp, Kronen Zeitung
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