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25.07.2017 - 06:21
Polizei und Feuerwehr sicherten den Tatort in der Herrnau.
Foto: Markus Tschepp

Nach Sprung aus Bus unter Schock

16.07.2017, 18:20

Es war für alle eine schreckliche Nacht: Für den Buschauffeur, der den Angriff eines Schwarzfahrers wegstecken musste, und für das junge Mädchen und die Frau, die aus lauter Angst mit einem Notfallhammer die Scheibe einschlugen und aus zwei Metern Höhe aus dem Fahrzeug auf den Asphalt sprangen.

Diese letzte Fahrt vor Dienstschluss um 23 Uhr wird der Chauffeur eines Postbusses aus Salzburg sein Leben lang nicht mehr vergessen können: Die "Krone" berichtete bereits: Ein 20 bis 25 Jahre alter Mann war am Donnerstag in der Alpenstraße zugestiegen. Nachdem der Lenker bemerkte, dass der Mann kein Ticket hatte, sprach er ihn darauf an. Da rastete der Unbekannte aus und schlug zu guter letzt noch auf den Bus- chauffeur ein. Geistesgegenwärtig gelang es dem Lenker noch bei der Bushaltestelle beim Zentrum Herrnau anzuhalten. Eine Jugendliche (15) und eine Frau (30), die hinten im Bus mitgefahren waren, gerieten während des Angriffs verständlicherweise in Panik. Sie wussten sich nicht anders zu helfen als mit einem Notfallhammer die Scheibe einzuschlagen und durch das kaputte Fenster auf die Straße zu springen.

Chauffeur erholt sich noch zu Hause

Der Chauffeur alarmierte umgehend die Polizei. Diese fahndete nach dem Angreifer, leider bisher erfolglos.

Der Buslenker, die Jugendliche und die Frau wurden ins Landeskrankenhaus gebracht. Dort wurden sie untersucht und gleich wieder entlassen. Alle drei wurden nur leicht verletzt.

Der Angreifer entkam vorerst unerkannt

Der Schock sitzt aber tief. Es hätte viel schlimmer ausgehen können. Und der Angreifer wird, wenn ihn die Polizei nicht mehr ausfindig macht, nie zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Postbus- Verkehrsleiter Hannes Pranieß hat mit seinem Chauffeur bereits Kontakt aufgenommen. "Es war ein absoluter Ausnahmefall. Wenn man bedenkt wie viele Fahrten und Kilometer am Tag abgespult werden, ist dieser eine Vorfall wirklich ein Einzelfall. Natürlich ist jeder Zwischenfall einer zuviel. Aber dass wir jetzt auch noch die Buslenker bewachen lassen, ist dann doch übertrieben." Über die Polizei hat Pranieß auch erfahren, dass es der Jugendlichen und der Frau so weit gut geht.

Psychologische Hilfe für die Opfer wäre ratsam

Ob die beiden psychologische Hilfe in Anspruch nehmen wollen ist noch unklar. Im Moment haben sie nur mit ihrer Familie über den Vorfall gesprochen. Alleine Bus oder in einem Zug fahren werden aber beide nicht mehr so schnell, das sagten sie zu den Polizisten, die sie befragten.

Unliebsame Zwischenfälle in öffentlichen Verkehrsmitteln kommen immer wieder vor. So gab es auch im Stadtbus schon öfter Probleme mit Schwarzfahrern, Betrunkenen oder Drogensüchtigen.

Dass aber ein Chauffeur direkt angegriffen wird und Fahrgäste aus Panik auf die Straße springen gab es bisher noch nie.

Wer kennt den rabiaten Schwarzfahrer?

Die Polizei bittet nach wie vor um Hinweise zum Angreifer. Laut Zeugen soll es sich angeblich um einen türkischen Staatsbürger gehandelt haben. Er soll 20 bis 25 Jahre alt sein. Der Mann trug einen Vollbart und war sehr muskulös.

Er flüchtete zu Fuß in unbekannte Richtung.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung

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