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24.05.2017 - 01:02
Florian Strumegger, seine Mama Birgit und der kleine Thomas in den Armen seines Vaters Herbert.
Foto: fmt-pictures.at/Moser

Nach der Rettung: Thomas war schon bei Palmweihe

16.05.2017, 09:43

Es war eine Tragödie, die sich am 5. März in Hallwang abspielte: Der kleine Thomas (2) hatte eben noch im Garten gespielt, im nächsten Moment war er verschwunden. Sein Vater und ein Nachbar konnten ihn nach 20 Minuten aus der eiskalten Fischach bergen. Er wurde wiederbelebt und heute ist er fast ganz gesund.

Herbert Strumegger (58) kommen die Tränen, als er sich an den Schicksalsschlag zurück erinnert: "Wir saßen alle im Garten, ich, meine zwei älteren Söhne Christoph und Jürgen aus meiner ersten Ehe und Thomas. Er spielte nur zweieinhalb Meter von uns entfernt." Dann musste der Vater ins Haus und bat Jürgen (33), Thomas mit hinein zu bringen. Nur kurz hatten sie weggeschaut. Schon war Thomas weg. "Wir haben beim Carport gesucht, bei der Bundesstraße. Dann hörte ich meine Frau schreien, dass der Kleine in die Fischach gefallen ist." Der Vater, Jürgen und Christoph (23) suchten sofort die Fischach ab. Auch die Nachbarn Albert und Jakob Pomwenger halfen bei der Suche. "Albert meinte ich soll bei den Sträuchern schauen. Er war auf der anderen Uferseite. Beim zweiten Gebüsch habe ich unseren kleinen Flohhupfer an einem Ast hängend gefunden. Er war mit dem Gesicht unter Wasser. Ich hab ihn sofort ans Ufer gezogen und mit der Mund- zu- Mund- Beatmung begonnen", schildert Herbert Strumegger. Jakob Pomwenger löste ihn schließlich ab, dann übernahm das Notarzt- Team. "Die haben unseren Buben 20 Minuten reanimiert. Dann hatten sie einen Puls."

Im Kinderspital der Schock: Die Werte sind schlecht, Thomas hat wahrscheinlich keine Chance. "Das war der schlimmste Moment unseres Lebens", versichert Herbert Strumegger. Und wieder kommen ihm die Tränen. Auch am nächsten Morgen bestand noch Lebensgefahr, doch zumindest hatte sich der Zustand des Kindes im künstlichen Tiefschlaf stabilisiert. 14 Tage lag Thomas im Koma. Seine Körpertemperatur hatte nach dem Unglück nur 24 Grad betragen. Ein Eisbeutel am Kopf und eine Kühldecke über seinem Körper verhinderten, dass der Bub zu schnell aufwärmt. Nur langsam wurde er zur normalen Körpertemperatur geführt. Einen Tag dauerte die Aufwachphase. "Da war er von den starken Medikamenten noch wie in Trance. Aber am zweiten Tag hat er die Augen aufgemacht und gelächelt. Das war der schönste Moment unseres Lebens." Mediziner Wolfgang Radauer nannte Thomas ein Wunderkind. "Er kann sich an alles erinnern, an seinen zehnjährigen Bruder Florian, an seine drei Halbbrüder und an die Oma. Er weiß noch alles", freut sich die ganze Familie.

"Energie hat ihn gerettet"

Die Rehab läuft sehr gut. Im Moment hat Thomas noch Gleichgewichtsstörungen, vor allem bei Unebenheiten auf Wegen. Doch er macht Tag für Tag Fortschritte. "Seine Energie hat ihn gerettet", glaubt sein Vater. Noch zwei Wochen bleibt er zur Sicherheit im Spital. Am Palmsonntag durfte er auch kurzfristig nach Hause. Er wollte seinen Palmbuschen unbedingt in der Kirche segnen lassen. Sehr zur Freude der gesamten Gemeinde, die mit der Familie wochenlang mitgezittert hatte. "Alle sind froh gewesen, dass unser kleiner Sonnenschein fast wieder wie früher ist", freut sich natürlich auch Familie Strumegger über alle Maßen.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung


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