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24.08.2017 - 05:27
Foto: dpa/A3796 Uwe Anspach

Mordverdacht gegen Salzburger fallen gelassen

29.04.2010, 14:56
Eineinhalb Jahre nach dem Auffinden der Leiche eines 36-jährigen Holzknechtes in der Wiestal Klamm im Tennengau ist vor zwei Wochen ein 26-jähriger Tatverdächtiger aus Adnet verhaftet worden. Die U-Haft wurde am Donnerstag wegen Tatbegehungsgefahr zwar verlängert, "der Mordverdacht gegen ihn wurde jedoch fallen gelassen", wie sein Verteidiger Franz Essl erklärte. Nun werde wegen "absichtlich schwerer Körperverletzung" ermittelt.

Die Besatzung eines Polizeihubschraubers entdeckte die Leiche am 29. Oktober 2008 mit nacktem Oberkörper im Bachbett. Die Ermittler gingen anfangs von folgendem Szenario aus: Der Holzknecht aus Hof bei Salzburg habe in der Nacht auf 26. Oktober 2008 mit Bekannten in der Garage eines Bauernhofes oberhalb der Wiestal Landesstraße in Adnet gezecht und sei dann in die Schlucht gestürzt. Möglicherweise sei er von einem Auto angefahren worden. Andererseits hätten sich auch Anhaltspunkte für einen Suizid ergeben. Gerichtsmediziner stellten bei der Obduktion jedoch Verletzungen fest, die nicht von dem Absturz stammen konnten.

"Nur" Rauferei

Der einschlägig vorbestrafte 26- Jährige gab nun laut Staatsanwaltschaft an, dass er den Holzknecht an jenem Abend bei einer Rauferei auf dem Bauernhof mit Faustschlägen und Fußtritten "malträtiert" hatte. Wohin dieser dann gegen 4 Uhr gegangen sei, wisse er nicht. Mit seinem Tod habe er nichts zu tun, beteuerte er.

"Mein Mandant hatte kein Motiv"

"Die weiteren Ermittlungen werden hoffentlich klären, wie beziehungsweise woran der Holzknecht, der schwer alkoholisiert war - die Gerichtsmedizin hat eine Alkoholisierung von 1,7 Promille errechnet - gestorben ist. Ich vermute, dass er in seinem Rausch ohne Fremdeinwirkung in die Klamm gestürzt ist. Mein Mandant hat ihn nicht getötet. Er hatte auch kein Motiv", sagte Rechtsanwalt Essl. "Die Salzburger Gerichtsmedizin hat den Todeszeitpunkt nicht festgestellt." Es seien mehrere gerichtsmedizinische Ergänzungsgutachten eingeholt worden, die aber zu keinem nennenswerten Ergebnissen geführt hätten.

Neue Gutachten sollen Licht ins Dunkel bringen

Aktuell in Auftrag gegeben worden seien zwei weitere medizinische Gutachten, erklärte der Verteidiger. Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner aus Linz soll über die Zurechnungsfähigkeit des Verdächtigen und zu einer allfälligen geistigen Abartigkeit Auskunft geben. Zudem wird ein HNO- Sachverständiger aus Graz unter anderem über das Zustandekommen der Verletzungen bei dem Toten befragt. "Weiters werden alle Fahrzeuge im Bauernanwesen meines Mandanten auf eventuelle Blutspuren untersucht. Die Staatsanwaltschaft will ermitteln, ob eventuell die Leiche mit einem Fahrzeug vom Hof gebracht worden ist."

Vor zwei Wochen festgenommen
Der Verdächtige randalierte vor zwei Wochen in einem Lokal in Hallein, weil ihm der Zutritt verwehrt worden war. Er schlug eine Fensterscheibe ein und "verletzte bei der darauffolgenden Amtshandlung zwei Polizisten", wie ein Kriminalbeamter schilderte. Daraufhin wurde er verhaftet. Der Beschluss der Haftverhandlung am Salzburger Landesgericht ist noch nicht rechtskräftig. Weder Staatsanwalt Tomas Schützenhofer noch Verteidiger Franz Essl haben eine Erklärung abgegeben.

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