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19.08.2017 - 06:08
Die prachtvolle Villa des Ermordeten im Landschaftsschutzgebiet Hellbrunn steht seit Monaten leer.
Foto: Neumayr/MMV

Mordfall Dr. Krenn: Die Ex- Freundin erbt alles

18.05.2017, 07:20

Wieder neue Details im Mordfall Dr. Roland Krenn: Der vermögende Salzburger soll eine Ex- Freundin (43), eine Schriftstellerin, als Alleinerbin in seinem Testament eingesetzt haben. Die Schwestern des Opfers würden so leer ausgehen. Zudem habe Krenn oft davon gesprochen, dass er Richard H. (23) adoptieren will.

Geld macht nicht glücklich, das hat der Krimi rund um die Ermordung von Dr. Roland Krenn gezeigt. Viele Neider, böse Gerüchte und ein mysteriöses Ende. Roland Krenn hatte zwar von seinem Onkel, dessen Vorfahren den Wachdienst ÖWD gegründet hatten, ein Vermögen und viele Liegenschaften geerbt. Glücklich wurde er damit aber bis zu seinem Lebensende nicht.

Krenn war immer einsam, mit seinen Schwestern verstand er sich nicht. Früher schipperte er mit gecharteten Jachten durchs Mittelmeer. Das ließ aber sein Gesundheitszustand nun schon jahrelang nicht mehr zu.

Krenn ertränkte seinen Kummer im Alkohol, im Rausch vergaß er seine Einsamkeit und seinen Kinderwunsch. Er hatte immer wieder Freundinnen, doch keine Beziehung dauerte länger als ein paar Monate. Zuletzt war er mit einer Schriftstellerin (43) aus Salzburg liiert. Nach drei Monaten beendete sie die Beziehung. Doch Krenn wollte das so nicht hinnehmen, hat die Frau angeblich gestalkt. Sie suchte schließlich sogar Hilfe im Gewaltschutzzentrum.

Krenn soll die Frau (sie hat ein Alibi, war zum Zeitpunkt des Verschwindens des Opfers in Italien) als Alleinerbin in seinem Testament eingetragen haben. Das tat er jedes Mal, wenn er eine neue Flamme hatte. Er wollte unbedingt verhindern, dass seine Schwestern etwas bekommen. In dieser Hinsicht war ihm sein Vermögen heilig. Beim Verschwenden von Geld durch Kokain- und Alkoholkonsum aber nicht. Krenn soll seine Schwestern schon seit 30 Jahren nicht mehr gesehen haben. In seiner Jugend soll zu Hause irgendetwas Schlimmes passiert sein, dass ihn für immer geprägt hat.

Familie seit 30 Jahren nicht mehr gesehen
Gerüchten zufolge hatte Krenn immer wenn er fortging mindestens 20.000 Euro dabei. So auch am Tag, als er verschwand. Krenn sprach im Rausch öfter davon, Richard H. (einen der später Verdächtigen) zu adoptieren. "Wir sind uns ja so ähnlich", lallte er dann. Auch mit seinem Hund, einem Husky, war Krenn kein Glück gegönnt. Das Tier wurde vergiftet. Bekannte denken, dass eine Mischung aus Gier und Neid das Mordmotiv waren. Die beiden Verdächtigen, so vermuten sie, hätten Krenn sein Bargeld abgenommen und mehr gefordert. Dann wäre die Situation eskaliert. Die Wahrheit wird man wohl erst im Laufe des Prozesses erfahren. Auch über den zweiten Verdächtigen, Robert Sch., wurde mittlerweile die U- Haft verhängt. Sein Anwalt, Jörg Dostal, hat aber Beschwerde dagegen eingelegt.

Manuela Kappes, Kronen Zeitung


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