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17.08.2017 - 16:22
Salzburgs Polizeichef Dr. Franz Ruf legte die nüchternen Zahlen vor und verstärkt die Maßnahmen.
Foto: Markus Tschepp

Migration steigerte Kriminalität

06.03.2017, 23:30

Zu Mittag präsentierte das Innenministerium österreichweit die Kriminalitätsstatistik für 2016, eine Stunde später legte Salzburg nach. Fazit: Die Migrationswelle seit Herbst 2015 ließ die Straftaten vor allem in der Stadt ansteigen.

Polizeidirektor Dr. Franz Ruf, der mit seinem Stellvertreter Generalmajor Arno Kosmata sowie Oberst Karl- Heinz Pracher die Auswertungen präsentierte, dazu: "Die Kriminalitätsstatistik weist mit 33.168 Anzeigen ein deutliches Plus von 9,2 Prozent oder 2802 Delikten gegenüber 2015 aus. Damit liegen wir aber noch unter dem Höchststand von 36.100 Anzeigen im Jahr 2007. Die Aufklärungsquote stieg im Vorjahr auf 48,4 Prozent, das ist der beste Wert seit zehn Jahren."
Der Anteil der ausländischen Straftäter ist seit 2012 mit 33 Prozent bis 2016 auf 42,6 Prozent gestiegen und schlug sich vor allem in der Stadt Salzburg (17.148 Anzeigen, alle Bezirke 16.020), insbesondere in der Gegend rund um den Bahnhof in der Kleinkriminalität (Diebstahl, Drogen, Drohungen, Gewalttaten) nieder.
Anteil ausländischer Straftäter kam letztes Jahr auf 42,6 Prozent
Das ist in den direkten Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle seit Herbst 2015 zu stellen, so die führenden Polizisten. Mit einer Besonderheit: Weil die Polizei alle Kräfte damals bündeln musste, wurden rund 1000 Anzeigen ins Jahr 2016 "verschleppt" und fließen in die aktuelle Statistik mit ein. Allein bei den Marokkanern gab es eine Steigerung von plus 295 Prozent (!) oder 486 Straftaten, gefolgt von Syrien (+78,4 %, 239 Straftaten), Algerien (+63,9 %, 236 Straftaten), Rumänien (+24,8 %, 644 Straftaten) und Afghanistan (+20 %, 334).
Salzburger Hauptbahnhof bleibt weiter Brennpunkt für Straftaten
Bei den so genannten "Big Five" Straftaten, also jenen, die am häufigsten angezeigt werden, gab es bei den Einbruchdiebstählen in Wohnräume 633 Anzeigen, das sind 60 Einbrüche mehr. Bei Firmen- und Geschäftseinbrüchen gingen die Anzeigen mit 874 an der Zahl leicht zurück: "Verantwortlich für den Anstieg waren großteils internationale mobile und ausländische Tätergruppen sowie ethnische Minderheiten", sagten Ruf und Pracher.
Die Polizei stoppte auch verstärkt Bettler aus Osteuropa, die Wohngegenden in Salzburg und Hallein ausspionierten.
157 Autodiebstähle (+20) wurden angezeigt, wobei diese auch mit Einbrüchen zusammenhängen. Täter stahlen auch gleich noch ein Fluchtauto. Auffallend sind mehr Delikte mit Mietwagen.
Bei den Gewaltdelikten gab es eine Steigerung von 10,1 Prozent oder 2767 Delikten, 83,6 Prozent wurden geklärt.
Immer gefährlicher wird es im Bereich Cybercrime (632 Anzeigen), wo ebenfalls Täter aus dem Ausland federführend sind, die im Netz ihr Unwesen treiben: "Wir bauen die Prävention massiv aus", so Kosmata.
Ein Plus von 18,9 Prozent oder gesamt 3141 Anzeigen zeigt die Statistik bei der Wirtschaftskriminalität (Betrugs- und Urkundendelikte, Seriendelikte, Anlagebetrügereien mit teilweise mehreren hundert Geschädigten) auf.

Der Hauptbahnhof bleibt Kriminalitäts-Brennpunkt
Foto: Marke Tschepp

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