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24.08.2017 - 10:25
Foto: APA/Pressefoto Neumayr/MIKE VOGL

LH Gabi Burgstaller: "Bewerbung hat eher geschadet!"

28.09.2010, 15:54
Dreieinhalb Stunden ist Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller am Dienstagvormittag dem Olympia-Untersuchungsausschuss des Landtages Rede und Antwort gestanden. Sie gehe davon aus, dass die Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014 dem Land eher geschadet als genutzt habe. "In meiner politischen Laufbahn werde ich eine Bewerbung unter den derzeitigen Prämissen beim IOC (Internationales Olympisches Komitee, Anm.) nicht mehr unterstützen", sagte sie.

Sie gehe davon aus, dass bei der Bewerbung Salzburgs zumindest die öffentlichen Gelder zweckmäßig eingesetzt wurden. Ob dies auch für die Mittel der Sponsoren gelte, "prüfen derzeit die Gerichte". Mit der Trennung zwischen öffentlichen und privaten Geldern in zwei Rechnungskreisen habe man Transparenz schaffen wollen.

Thema war natürlich auch der Förderverein. Wie die Beiträge der Sponsoren zwischen diesem und der Bewerbungsgesellschaft aufgeteilt wurden, sei im Aufsichtsrat kein Thema gewesen. Tendenziell hätten die Gelder der Wiener Sponsoren eher beim Verein und die der Salzburger bei der GmbH landen sollen. Burgstaller sagte, sie habe auch vermutet, dass die großen Beträge eher an die der Gesellschaft geflossen seien.

"Hätten wir's gewusst, hätten wir uns sicher eingemischt!"

Vielmehr habe man gesprochen, wie und welche zusätzliche Sponsoren gewonnen werden könnten, aber nicht, wohin das Geld fließe. "Ich war schon genervt, dass wir ständig auf Sponsorensuche waren, und dann war wieder kein Geld da." Grundsätzlich sei aber ein Förderverein etwas vollkommen Normales, etwa bei den Festspielen. Daher habe man sich auch nicht um die finanzielle Lage des Vereines gekümmert. "Hätten wir da schon alles gewusst, was wir heute wissen, hätten wir uns sicher eingemischt."

Vom sogenannten Darlehen über 300.000 Euro, das die GmbH dem Verein gewährt haben soll, habe sie "zu spät" erfahren. "Wir waren sauer, weil es nicht vom Aufsichtsrat genehmigt war." Wäre das am Anfang der Bewerbung gewesen, hätte es sicher Wirbel gegeben, es sei aber erst nach der Vergabe der Spiele bekannt geworden. Man habe auch überlegt, das ausstehende Geld einzuklagen, sie und auch Bürgermeister Heinz Schaden als Aufsichtsrats- Vorsitzender hätten dann aber nochmals mit dem Verein bzw. dem damaligen ÖOC- Präsidenten Wallner Kontakt aufgenommen.

Die Rolle des Beraters Erwin Roth, der sich selbst als der Stratege der Kandidatur bezeichnete, war nach Burgstallers Wahrnehmung "unter ferner liefen". Bewusst habe sie ihn erst bei einer Präsentation in Peking kennengelernt. "Im Vergleich zu den internationalen Beratern erschien er mir nicht so bedeutend."

Anhörung abgeschlossen - Bericht am 22. Oktober

Kurz vor 15 Uhr hat der Olympia- Untersuchungsausschuss des Salzburger Landtages die Anhörung der Zeugen beendet. Richter Anton Meinhart und die acht Abgeordneten der vier Parteien haben an insgesamt zwölf Tagen 36 Auskunftspersonen befragt, darunter die Spitzen der Landesregierung und der Stadt Salzburg, die vier Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft, viele Mitglieder des Aufsichtsrates, die damalige Spitze des Österreichischen Olympischen Komitees, Vertreter des Olympia- Fördervereins sowie Berater.

Meinhart wird nun seinen abschließenden Bericht verfassen. Diesen wird er am 22. Oktober dem Ausschuss übergeben. Auf Basis dieses Papiers, das laut Ausschuss- Vorsitzender Astrid Rössler (Grüne) eine reine Zusammenfassung und keine Bewertung werden dürfte, wird der Ausschuss in nicht öffentlichen Sitzungen einen abschließenden Bericht an den Landtag erarbeiten. Ob dieser von allen Fraktionen getragen werden kann und mit konkreten Schlussfolgerungen und Empfehlungen versehen ist, werde sich zeigen. Sie könne sich das aber durchaus vorstellen, etwa wenn es um die begleitende Kontrolle von Großprojekten gehe. Rössler hält es für realistisch, dass dieser Schlussbericht bis Jahresende vorliegt.

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