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17.08.2017 - 18:53
Foto: Martin Jöchl

Land entschädigt elf Missbrauchsopfer mit 150.000 €

22.06.2011, 12:27
Das Land Salzburg wird elf Menschen entschädigen, die im Kindes- oder Jugendalter in Betreuungseinrichtungen des Landes sexuell oder körperlich missbraucht worden sind. Sie erhalten in Summe 150.000 Euro. Insgesamt haben sich bei der dafür geschaffenen Anlaufstelle 70 Betroffene gemeldet. Nach zehn Monaten wird diese Stelle Ende Juni ihre Tätigkeit einstellen, teilte Sozial-Landesrätin Erika Scharer (SP) am Mittwoch mit.

"Bei der Höhe der Beträge haben wir uns an der Klasnic- Kommission orientiert", so Scharer. Neben der finanziellen Entschädigung werde das Land Salzburg auch für Therapiekosten der Betroffenen aufkommen. Die Missbrauchsfälle hatten sich in der Zeit von 1949 bis 1993 ereignet, die meisten davon in den 1960er- und 1970er- Jahren.

Kommission beriet die einzelnen Fälle

Das Land hatte die Anlaufstelle im September 2010 eingerichtet. Ursprünglich war die Tätigkeit auf vier Monate befristet, wurde aber dann zweimal verlängert. Im zu Ende gehenden Quartal meldeten sich dann auch noch sechs weitere Betroffene. Eine Kommission aus Vertretern von Jugendwohlfahrt, Ärzteschaft und Justiz beriet dann über die Fälle und gab bezüglich Entschädigungszahlungen sowie Therapien für die Betroffenen eine Empfehlung ab. "Diesen Empfehlungen sind wir nachgekommen", so Scharer.

"Können das Leid nicht mehr rückgängig machen"

Bis Ende Juni können sich Betroffene noch bei der Anlaufstelle melden, die in der "Meierei" bei der Fachhochschule Puch- Urstein angesiedelt ist, danach ist das Sozialressort des Landes Ansprechpartner. "Wir können das Leid, das den Menschen widerfahren ist, leider nicht mehr rückgängig machen, aber den Menschen Gehör schenken und das Unrecht nach außen hin anerkennen", sagte die Landesrätin.

Parallel zur Errichtung der Anlaufstelle hatte das Land auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung des Themenkomplexes "Heimerziehung nach 1945" bei der Universität Salzburg in Auftrag gegeben. Die Studie soll Ende diesen Jahres vorliegen.

22.06.2011, 12:27
AG/red
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