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22.09.2017 - 22:54
Flüchtlinge, die nachts von Großgmain aus über die Grenze nach Bayern kommen.
Foto: Markus Tschepp

Kollaps an den bayrischen Grenzen

18.08.2015, 08:00
1000 Flüchtlinge versuchen täglich, illegal über die Grenze nach Deutschland zu gelangen. Im ersten Halbjahr 2015 fasste die Polizei 1400 Schlepper - doppelt so viele wie noch im Jahr davor. Maßnahmen an der Grenze sollen Abhilfe verschaffen.

Was in Österreich Traiskirchen darstellt, ist in Bayern eine Turnhalle und die Polizeistationen in Rosenheim. Dort bündelt die bayrische Polizei die Flüchtlingsströme, die aus Italien über den Brenner und Tirol kommen, oder über die Balkanroute und durch Salzburg ihr Glück versuchen. Die "Krone" brachte Bilder, wie ganze Familien mit Kindern über den Walserberg und bei Großgmain nächtens über die Grenze ins Ungewisse gehen. Dabei nehmen sie jede Belastung bis zur Erschöpfung in Kauf.

Zuvor haben sie Schlepper aus ihren Lieferwagen geworfen, sobald die Lage zu gefährlich wurde. Sie alle kommen nach Rosenheim und werden registriert, dann geht es weiter zur Erstaufnahmestelle nach München. Geht es schief, werden sie vor der Grenze von der Salzburger Polizei aufgegriffen und in das Aufnahmezentrum Kobenzl gebracht. Doch die Bayern sind nicht zufrieden mit ihren Nachbarn. Wie berichtet wollen sie nun die Grenzkontrollen verstärken, in Rosenheim und an den Grenzen droht der Kollaps: "Angesichts der riesigen Probleme an der südbayerischen Grenze zu Österreich muss die Bundespolizei deutlich verstärkt werden", forderte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Die Bundespolizei sei dort seit Monaten an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angelangt. Die meisten Flüchtlinge wollen nach Deutschland, in der vermeintlichen Hoffnung, dort am ehesten Arbeit und Unterkunft zu bekommen.

"Mit der Ware Mensch lässt sich derzeit mehr Kasse machen"

Die Zahlen, welche die Polizei dazu präsentiert, sind prekär: Über Bayern reisen täglich fast 1.000 Flüchtlinge illegal in die Bundesrepublik ein. Viele versuchen es per Zug - ein Grund, warum eine Zugfahrt nach München mit Polizeikontrollen verbunden ist. Nebenbei gab es allein im ersten Halbjahr 2015 mehr als 1.400 Schlepperaufgriffe, 500 davon sitzen in Bayern in Haft. Diese Zahl hat sich zu 2014 verdoppelt. Der deutsche Polizeipräsident Dieter Romann brachte die traurige Wahrheit auf den Punkt: "Mit der Ware Mensch lässt sich zur Zeit mehr Kasse machen, als mit Waffen und Drogen." Wenn Ministerpräsident Seehofer in der Staatskanzlei grünes Licht gibt, treten die Kontrollen in Kraft.

18.08.2015, 08:00
Kronen Zeitung
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