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22.07.2017 - 11:16
Ein Taxi "killte" diesen Poller beim Festspielhaus. Kann er einem Terror-Lkw standhalten?
Foto: Markus Tschepp

Könnten Poller Terroristen in Salzburg stoppen?

12.04.2017, 07:03

Der Lkw als Waffe: Nach dem Anschlag in Stockholm rauchen in Sicherheitskreisen die Köpfe. Die Polizei adaptiert ihr Sicherheitskonzept. Das Bundesheer will Soldaten in puncto Terrorabwehr verstärkt schulen. Selbst Poller werden nun zu einem Faktor.

Nizza, Berlin und jüngst Stockholm: In diesen Städten haben Täter Lkws als Waffe genutzt. Sie rasten durch belebte Straßen, töteten Unschuldige. Wie könnte man sich schützen? Diese Frage ist Thema in Sicherheitskreisen. Vorweg: Ein Anschlag kann nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden, weiß Polizeisprecher Michael Rausch. Aus  den Vorfällen der Vergangenheit können aber Schlüsse gezogen werden. Das macht die Salzburger Polizei, wie Rausch erklärt. "Das bestehende Sicherheitskonzept wird überarbeitet und auf solche Szenarien angepasst und adaptiert." Die Einsatzkräfte bereiten sich auf alle möglichen Ernstfälle vor.

Salzburg ist manchen Städten sogar eine Nasenlänge voraus: So werden in Wien nun versenkbare Poller installiert - beispielsweise in der Herrengasse - um mögliche Anschläge mit Fahrzeugen, zumindest zu erschweren. Diesen Schutz gibt es in Salzburg schon seit sieben Jahren: Mehr als 50 verankerte Poller stehen in der Innenstadt. 24 weitere sind versenkbar. Viele, aber nicht alle, stehen an neuralgischen Punkten. "Wir haben da einen gewissen Schutz", weiß Christian Morgner, Poller- Beauftragter im Magistrat. Besonders die versenkbaren Poller sind "sehr stabil" gebaut. "Da kommt man nicht ohne Weiteres durch", so Morgner. Weitere Experten bestätigen, dass die Poller durchaus robust sind. Ein Lkw bräuchte gehörig Anlauf um durchzukommen. Das Fahrzeug würde zudem beschädigt werden.  Autobauer entwickelten auch Sicherheitssysteme.

"Zwei Fliegen mit einer Klappe"

Eigentlich sind die "Silberpfeile" mit ihren 27,5 cm Durchmesser rein als Verkehrsleitsystem konzipiert gewesen. Nun habe man "zwei Fliegen mit einer Klappe" geschlagen, sieht der Poller- Beauftragte eine Vorreiterrolle der Stadt Salzburg. Selbst die Exekutive spricht schon von einer "zusätzlichen Sicherheitskomponente". Auch das Bundesheer rüstet sich seit der Übernahme des Ministeramtes durch Hans Peter Doskozil verstärkt für alle Eventualitäten: Panzergrenadier- Brigaden sollen rund um die Uhr rasch mobilisierbar sein. Es gibt Spezial- Schulungen in Terror- Bekämpfung und bessere Kommunikation.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung


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