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20.08.2017 - 13:05
Foto: APA/ Markus Leodolter

Kleine Panne führte zu tagelanger Sperre der B311

14.12.2010, 10:21
Seit Montag, 12.30 Uhr, ist die B311 zwischen Weißbach und Saalfelden wieder offen. Die wichtige Verkehrsader im Pinzgau war seit Samstagvormittag komplett gesperrt, weil eine riesige Lawine am Rauchkopf lauerte und drohte, die Straße zu verschütten. Kurios: Die Anlage, die genau das verhindern sollte, versagte.

Drei sogenannte "Gaz- Ex"- Sprenganlagen stehen am Grat des Rauchkopfes und haben nur einen Zweck: Bei viel Schnee tagt die Lawinenwarnkommission, bei Gefahr drückt jemand bei der Straßenmeisterei in Bruck auf den Knopf, das Propangas- Sauerstoff- Gemisch explodiert, die Lawine geht kontrolliert ab. So die Theorie. Doch am Samstag versagte nach 72 Stunden Dauerschneefall die Funksteuerung, weil sie keinen Strom hatte. "Wir müssen die Anlage im Sommer teils demontieren, weil Blitzschlag droht. Im November war dann das Wetter so schlecht, dass wir die Anlage nicht aktivieren konnten", so die Erklärung von Mag. Roderich Urschler von der verantwortlichen Firma "Interfab".

Kleine Ursache, große Wirkung

Kleine Ursache, große Wirkung, die bei den Lawinenexperten im Pinzgau auf Verwunderung stößt. In Hinterglemm zum Beispiel gibt es neun solche Anlagen. Sepp Mitterer, der die Pinzgauer zusammen mit Pilot Thomas Wolf am Montag von der Sperre erlöste, mit ironischem Lächeln: "Bei uns, nur ein paar Kilometer weiter, war das Wetter im Herbst nicht so schlecht, dass wir sie nicht 'scharf' machen konnten." In einem grenzgängigen Einsatz sorgten Mitterer und Wolf in einem halbstündigen Sonnenfenster mit fünf Sprengladungen für den Abgang der Lawine. "Dann mussten wir umdrehen, die Sicht wurde schon wieder schlechter."

Der provisorische neue Katastrophenreferent des Pinzgaus, Hannes Schernthaner: "Seit 2007 mussten wir die B311 nicht mehr wegen Lawinengefahr sperren. Allein 2009/2010 haben wir 15 Mal gesprengt." Das soll in den nächsten Tagen wieder funktionieren, wenn es das Wetter erlaubt.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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