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23.09.2017 - 11:23
Foto: Wolfgang Weber

Kindergärten: "Ohne Geld keine Motivation"

23.02.2011, 05:00
"Wir brauchen dringend junge Pädagoginnen" – das sagt Stefanie Amstler (44), Kindergärtnerin und Personalvertreterin. Doch der Haken liegt bei der Bezahlung. Kindergärtnerinnen mit Matura erhalten brutto 400 Euro weniger als fertige Volksschullehrer. Auch deshalb fehlen in der Stadt bereits 18 Kindergärtnerinnen.

"Im Kindergarten merken wir am stärksten, wie sehr sich die ganze Gesellschaftsstruktur verändert hat", sagte Stefanie Amstler: "Wenn ein Kind acht Stunden bei uns ist, heißt das ja auch, dass es mit den Eltern nur mehr frühstückt und zu Abend isst. Weil jeder Elternteil heute ja arbeiten gehen muss, bleibt für die Erziehung kaum noch Zeit."

Immer mehr Aufgaben für den Kindergarten also, doch dort läuft das Personal davon: Burn- out- Syndrome sind an der Tagesordnung, die Vielzahl an verhaltensauffälligen Kindern ist ohne Sonderpädagoginnen nicht zu bändigen.

Bei der Mehrzahl der Kinder wird auch die Zweisprachigkeit zum Problem: "Es wäre Aufgabe der Eltern, sie in der Muttersprache zu unterrichten. Wir im Kindergarten sollten die Deutschkenntnisse verbessern." Das funktioniert nur selten.

Bildungsthema "den Politikern aus der Hand nehmen"

Und Stefanie Amstler sagt auch klar: "Das Thema Bildung sollte man den Politikern aus der Hand nehmen." Denn die Kindergärtnerinnen sehen ja klar, was wirklich notwendig wäre. Eine attraktive Anfangs- Entlohnung - statt 1.600 Euro brutto jedenfalls 2.200 Euro, gleich viel wie ein Volksschullehrer, keinesfalls zu viel für die verantwortungsvolle Tätigkeit, findet sie: "Wir bauen ja im Kindergarten das Fundament für die weitere Entwicklung des Kindes. Und nur auf einem guten Fundament kann man auch gut aufbauen."

Stefanie Amstler ist seit zehn Jahren im Maxglaner Kindergarten am Stölzlpark. Die Sonderpädagogin aus Großarl hat selbst neun Geschwister und sagt aus Überzeugung: "Ich würde wieder diesen Beruf wählen."

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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