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21.09.2017 - 00:04
Freilassing kritisiert eine übermäßige Lärmbelastung, den Löwenanteil trägt immer noch Salzburg
Foto: Melanie Hutter

Kein Frieden im Lärm- Streit

12.07.2017, 23:30

Seit Monaten bereits wartet man hierzulande auf ein Signal aus Berlin zu dem Salzburger Kompromiss- Vorschlag. Die Zeichen stehen schlecht: Denn mittlerweile hat die Fluglärm- Kommission dem modifizierten Pistennutzungskonzept Absage erteilt.

Noch im Frühjahr zeigte sich LH- Stv. Christian Stöckl (ÖVP) gegenüber der "Krone" zuversichtlich, dass man kurz vor einem Durchbruch im Fluglärm- Streit mit dem bayrischen Nachbarn stünde. Doch die Ernüchterung folgte im Sommer: Zwar liegen die von deutscher Seite geforderten Antworten der Austro Control mittlerweile auf dem Tisch, wie der Kommissionsvorsitzende Freilassings Bürgermeister Josef Flatscher (CSU) gegenüber der "Krone" bestätigt, trotzdem können die Bayern dem Kompromiss- Vorschlag mit geänderten Abflug- Routen wenig abgewinnen.

Vorschlag greife demnach zu kurz

Aus Sicht der Fluglärmkommission würde dieses Konzept kaum eine Verbesserung für den Norden und damit auch für die bayrische Seite bringen. Die Kommission beschloss deshalb einstimmig, dass das deutsche und das österreichische Bundesverkehrsministerium wieder in Konsultationen einsteigen soll, um das "technisch Mögliche" zu realisieren. Der lang ersehnte Durchbruch - er rückt neuerlich in weite Ferne.

Tatsächlich hatte sich diese Entwicklung in den vergangenen Wochen immer deutlicher abgezeichnet. Die April- Sitzung, in der der Vorschlag erstmals hätte diskutiert werden sollen, wurde nach nur 20 Minuten abgebrochen - ohne Ergebnis.

Ministerium wartet noch auf Antwort

Zwischenzeitlich hatte das Österreichische Verkehrsministerium den Salzburger Vorschlag auch nach Berlin übermittelt - doch hier sei noch immer keine Rückmeldung erfolgt, bestätigt jetzt eine Ministeriumssprecherin gegenüber der "Krone".

Ausgearbeitet hat diesen Vorschlag übrigens der gemeinsame technische Ausschuss, der von den Verkehrsministerien beider Seiten im vergangen Jahr eingesetzt wurde. Dessen Aufgabe war es, die technischen Möglichkeiten zu erarbeiten, um eine gerechtere Verteilung der An- und Abflugrichtung zu erreichen.

In Freilassing selbst sind die Bürger weiterhin gespalten in dieser Frage. Einerseits wird zwar Fluglärm beklagt, wie ein Anrainer der "Krone" berichtet, anderseits sind viele aber auch glücklich drüber, dass sie einen Flughafen vor der Türe haben und nicht nach München ausweichen müssen.

Anna Dobler, Kronen Zeitung

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