Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
22.08.2017 - 23:37
Foto: Christian Jauschowetz (Symbolbild)

Kampf den Billiglöhnen am Bau: "Wollen Fairness"

25.05.2016, 09:38

Die Gewerkschaft hinterlegte ihre Sorgen beim Vernetzungstreffen Dienstagabend in Hallein mit alarmierenden Zahlen: Im Vorjahr wurden 133.680 Arbeitnehmer aus EU- Ländern nach Österreich geschickt. Sie arbeiten oft unter unfairen Bedingungen als Scheinselbstständige, bekommen einen Hungerlohn und die Auftraggeber sparen sich die in Österreich üblichen Abgaben. Die Bauhackler sind sozial nicht abgesichert und es mangelt oft auch am Arbeitnehmerschutz. Bei jeder vierten dieser Firmen mit grenzüberschreitenden Arbeitern bestand akuter Verdacht auf Unterentlohnung.

Die Gewerkschafter von Bau- Holz kämpfen mit aller Schärfe dagegen an: Finanzpolizei, Kassen und die Kontrollbehörde BUAK (Bauarbeiter- , Urlaubs- und Abfertigungskasse) gehen jedem einzelnen Verdachtsmoment nach. 1.167 Strafbescheide wegen Unterentlohnung wurden im Vorjahr ausgestellt und 11,19 Mio Euro an Strafen verhängt. Die Bezirkshauptmannschaften wickeln oft langwierige Verfahren ab. Gewiefte Auftraggeber finden trotzdem Schlupflöcher. Die Statistik von Roland Ziegler (Kontrollbehörde BUAK) bestätigt die Lage: Während jeder vierte ausländische Unternehmer nicht seriös vorgeht, gab es bei heimischen Firmen kaum Verstöße. Nur ein Prozent hielt sich nicht an die Spielregeln.

Josef Rettenwander von der RHZ Bau kennt die Situation aus der Praxis: "Es verschärft sich von Jahr zu Jahr. Das Bauvolumen bleibt gleich und die Arbeitslosenzahlen steigen." Immer mehr Scheinselbstständige drängen auf den Markt. "Ost- Hackler" werden schnell einmal mit ein paar Hundert Euro abgespeist, ein Bauarbeiter aus dem Inland hat einen Arbeitslohn von rund 2000 Euro. "Es wird mit ungleichen Waffen gekämpft", kritisiert Rettenwander. Sein Vorschlag: "Ausländische Anbieter sollten bei uns zumindest eine Niederlassung haben." Die Gewerkschaft will jetzt vor allem eines: "Sensibilisieren", erklärt Othmar Danninger, Landes- Vorsitzender der Bau- Holz in Salzburg. Österreich ist als erster Nachbar der Ost- Länder besonders betroffen: "Die Staaten entlasten so ihren Arbeitsmarkt, sie haben weniger Jobsuchende, wenn viele nach Österreich gehen. Für sie ist es ein Geschäftsmodell." Auch eine geplante Nachschärfung der EU- Gesetze scheiterte jetzt am Einspruch der Oststaaten.

Erster Erfolg: Gesetz wird nachgeschärft

Dafür setzte sich in Österreich eine Verbesserung durch: "Die Auftraggeber- Haftung wurde beschlossen", ist Danninger erfreut. Inländische Auftraggeber haften damit auch für Ausführende aus dem Ausland. Eine lange Kette an Subunternehmen wird unattraktiv. Nachteil für heimische Firmen bleibt aber, dass ihre Konkurrenz zwar hier arbeitet, die Versicherung aber im Heimatland zahlt.

Versicherungs- Daten für ganz Europa abrufen

Andreas Huss, GKK- Obmann und Baugewerkschafter, fordert: "Die Höhe an Versicherungsabgaben muss überall ident sein." Noch Zukunftsmusik ist eine Datenbank, wo europaweit alles sofort abrufbar ist.

25.05.2016, 09:38
Sabine Salzmann,. Kronen Zeitung/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum