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19.08.2017 - 20:26
Foto: APA/Robert Parigger

Indizienprozess nach Mord an Baumeister (64)

08.05.2010, 10:06
Mit 26 Messerstichen im Oberkörper und massiven Kopfverletzungen ist am Abend des 7. Oktober 2009 die Leiche des Salzburger Baumeisters Gert Beigl (64) gefunden worden. Nach wochenlangen Ermittlungen verhaftete die Polizei eine 28-jährige Drogensüchtige. Sie steht ab kommenden Dienstag wegen Mordes vor Gericht.

Es wird ein reiner Indizienprozess. Denn unmittelbare Tatzeugen gibt es keine. Und Heidemarie W. streitet ab, den Mann umgebracht zu haben. Gert Beigl hatte wegen einer schweren Krankheit zuletzt sehr zurückgezogen gelebt. Am 16. September wurde er das letzte Mal lebend gesehen. Nachdem sein übel zugerichteter Leichnam gefunden worden ist, stellte die Polizei fest: Aus seiner Wohnung fehlten das Handy, ein Schlüssel zur Eingangstür, eine Herrenhandtasche und ein Siegerpokal des einst erfolgreichen Seglers. Mit dieser Trophäe ist Beigl erschlagen worden. Gefunden wurde sie bis heute nicht – so wie das Messer, mit dem die Stichwunden zugefügt worden sind.

Die Rufdaten- Auswertung des Handys ergab: Mit diesem Mobiltelefon wurden in der Nacht zum 18. September – völlig abweichend von Beigls Telefoniergewohnheiten – 80 Gespräche geführt. Zum Teil mit Personen mit kriminellem Hintergrund, die nicht zum Bekanntenkreis des Baumeisters zählten.

Heidemarie W. gab später zu, dass sie am 17. September in Beigls Wohnung war, aber: „Ich hätte bei ihm putzen sollen. Doch als er zudringlich wurde, bin ich wieder gegangen.“ Verteidiger Robert Morianz: „Das Handy und die Handtasche hat sie als Gegenleistung mitgenommen. Aber sie hat ihn nicht umgebracht!“ Zwei Gutachter und zehn Zeugen sollen im Geschworenenprozess aussagen.

von Manfred Heininger, Kronen Zeitung

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