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24.07.2017 - 21:49
Foto: Facebook

"Ich will der Beste sein"

Felix Leitner gilt heißeste Zukunftsaktie im heimischen Biathlon. Im Interview mit Krone.at spricht der 20- Jährige über seine Ziele.

Doppel- Juniorenweltmeister Felix Leitner gehört zu den größten Talenten im Biathlon. Im Gespräch mit der Krone spricht er über seine bisherige Saison, seine Ziele für die Zukunft und die besondere Beziehung zu seinem Trainer.

Felix, im Sprint von Ruhpolding lief es nicht nach Wunsch. Was war los?

Ich hatte Krämpfe in den Unterschenkeln. Das hat mich brutal gehemmt. Deshalb ist es leichter, das Rennen abzuhaken.

Du giltst als DIE ÖSV- Zukunftshoffnung bei den Herren. Wie bist du mit deiner bisherigen Saison zufrieden?

Zurzeit bin ich nicht zufrieden. Ich hatte mir mehr erwartet, habe noch nicht das gezeigt, was ich eigentlich kann - vor allem läuferisch. Und beim Schießen tue ich mir auch schwer, anders als in den letzten Saisonen.

Woran liegt’s?

Ich weiß es nicht. In den Staffeln war es gut, im Einzel nicht. Ich bin auch im Sommer gut durchgekommen, habe einen großen Sprung gemacht. Im Weltcup funktioniert es aber nicht. Ich glaube, ich kann deutlich mehr. Vielleicht ist es eine Frage der Zeit.

Du bist erst 20. Ist der Respekt vor den großen Stars manchmal zu groß?

Das spielt keine Rolle. In der Staffel sieht man ja, dass es gut funktioniert. Gut, in den ersten Rennen war das vielleicht ein bisschen so, aber das beeinträchtigt mich inzwischen nicht mehr.

Wie sieht’s mit den Zigtausenden Fans aus?

In Nove Mesto war es noch ungewohnt, aber mittlerweile finde ich es voll lässig. Vor allem in Ruhpolding mit den vielen österreichischen, aber auch den fairen deutschen Fans.

Wie fühlst du dich im ÖSV- Team, inmitten der ganzen Routiniers?

Ich bin super aufgenommen worden, komme mit allen gut aus. Wir haben immer eine Gaudi. Mit Meso (Daniel Mesotitsch, Anm.) war ich bisher immer im Zimmer, in Ruhpolding mit Komi (David Komatz). Meso gibt mir viele Tipps, das hilft mir.

Mit Florian Steirer hast du einen langjährigen Trainer und Förderer. Welche Bedeutung hat er für dich?

Wir trainieren immer zusammen, telefonieren auch ständig miteinander. Er ist immer noch mein Haupttrainer, schreibt meine Pläne. Er ist meine wichtigste Bezugsperson.

Was zeichnet ihn aus?

Wir arbeiten schon seit neun Jahren zusammen. Angefangen hat alles im Nordic Team, dann sind wir zusammen nach Stams. Er hat mich stark gemacht. Alle meine Erfolge aus den letzten Jahren, auch, dass ich jetzt im Weltcup laufen kann - das habe ich ihm zu verdanken. Ich kann ihm blind vertrauen.

Dir wurde kürzlich sogar ein Lied gewidmet. Was hat es damit auf sich?

(Lacht) Ja, das hat mich voll gefreut. Das war vor meinem Debüt. Flocki (Florian Steirer) und einige Trainingskollegen haben da einiges zusammengestellt, was richtig lustig war. Es war ein sehr persönliches Geschenk.

Wie wichtig ist dir dein familiärer Background, um auch mal abzuschalten?

Ich bin ja schon mit 14, 15 Jahren nach Stams, war immer wenig daheim. Umso mehr genieße ich es, wenn ich es mal bin. Dann kann ich abschalten, alleine für mich sein, habe meine Ruhe.

Wie sieht dein Plan für die Zukunft aus?

Die Heim- Weltmeisterschaft ist natürlich ein Riesenziel. Bisher ist es aber nicht so gut gelaufen. Es ist immer noch ein großes Ziel, vor allem ein Staffeleinsatz wäre lässig.

Nach zwei Toprennen in den Staffeln - rechnest du dir Chancen aus?

Es wäre voll cool. Wenn Simon Eder wieder fit wird, ist er wie Landi fix gesetzt. Julian Eberhard auch. Einen Weltcupsieger kann man nicht draußen lassen. Und Meso hat bis auf Pokljuka einen guten Job gemacht, auch in den Einzelrennen. Ich werde wohl Ersatz sein. Ich muss jetzt mit Flocki und Gössi (Cheftrainer Reinhard Gösweiner, Anm.) besprechen, wie es weiter geht. Ich bin ja noch Junior, vielleicht laufe ich die Junioren- WM oder -EM. Zurzeit ist das noch unklar. Am liebsten würde ich aber im Weltcup bleiben.

Du warst in Oslo Ersatzmann, jetzt könnte dir dieselbe Rolle zukommen. Stellt dich das zufrieden?

Überhaupt nicht, das ist das Deppertste, das dir passieren kann. Es ist mühsam, weil du immer dabei sein musst und nie weißt, ob du starten kannst.

Deine langfristigen Ziele?

Ich will weiter Fortschritte machen. Meine großen Ziele sind, Olympiasieger und Weltmeister zu werden, dazu den Gesamtweltcup zu gewinnen. In  den nächsten Jahren will ich mich Schritt für Schritt verbessern und irgendwann der Beste sein.

Dir mangelt es nicht an Selbstvertrauen.

Ich tue es, weil es mir Spaß macht. Ich will aber auch alles gewinnen. Ich kann nämlich nicht gut verlieren (lacht). Das ist auch beim Volleyballspielen mit der Trainingsgruppe so und geht so weiter. Ich möchte, dass man meinen Namen später kennt, ich will mich verewigen.

Wieviel muss man dafür opfern, um ganz nach oben zu kommen.

Das ist für mich schon normal. Feiern ist im Winter nicht drin, dafür ist im April oder Mai Zeit. Natürlich muss man vieles unterordnen, aber ich mache das gerne. Biathlon ist mein Leben, meine Liebe, meine Leidenschaft.

Was macht den Sport so besonders?

Die Kombination aus Laufen und Schießen. Ich laufe einfach gerne, kann das auch gut. Und ich weiß, dass ich hier großes Potenzial habe. Das Schießen erfordert Konzentration. Dieses Zusammenspiel macht es besonders. Das Schießen bereitet mir aber mehr Probleme.

Welcher Trainingstyp bist du - der, den man bremsen muss oder der, der auch mal einen Tritt in den Hintern benötigt?

Manchmal muss man mich bremsen. Manchmal muss man mir aber auch auf die Sprünge helfen. Eine kleine Ansprache hilft da schon (lacht). Grundsätzlich bin ich aber voll motiviert, trainiere gerne und mache meine Sache mit 110 Prozent.

Martin Fourcade ist dein Vorbild - warum?

Weil er dominiert. Er ist mit Abstand der Beste. Er läuft super, schießt einzigartig und ist menschlich am Boden geblieben. Er ist nicht überheblich. Im Gegensatz zu anderen geht er bei Trainingskursen auch mit Schüler- und Jugendläufern normal um. Das taugt mir.

Interview: Christoph Nister, Ruhpolding

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