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23.08.2017 - 20:11
Symbolbild
Foto: Martin A. Jöchl

Horror- Vater gab sich reumütig

23.12.2016, 07:30

Beim ersten Mal war die Tochter erst fünf. Fast ein Jahrzehnt musste das Mädchen die Tortur durch ihren Vater über sich ergehen lassen - teils wöchentlich. Im Landesgericht Salzburg folgte ein reumütiges Geständnis des Tennengauers (44). Zuvor hat der Angeklagte aber die Justiz mit seiner Flucht nach Spanien genarrt.

Von mehrfachem schweren, sexuellen Missbrauch sprach Staatsanwalt Andreas Allex bei der Erhebung der Anklage, die Frau leide nach wie vor unter einer "posttraumatischen Belastungsstörung". Die Straftaten seien zwischen Dezember 1999 und Oktober 2008 passiert. Und nicht nur sein eigenes Kind hat der gebürtige Halleiner unsittlich berührt, auch ihre Cousine im Jahre 2002 - damals war die noch zwölf Jahre alt. Vor genau einem Jahr haben die mittlerweile erwachsenen Opfer die Polizei eingeschaltet, den arbeitslosen Tennengauer schwer belastet. Doch zur Festnahme kam es erst Monate später - der Mann setzte sich nämlich kurzerhand nach Spanien ab. Doch er verriet sich im April selbst, denn er verhöhnte die Justiz via facebook. Unteranderem schrieb er von einem Haus in Südspanien, und das er nie mehr wieder nach Österreich zurückkehren wolle.

Seit Mai in der JVA

Durch seine virtuellen Ergüsse auf einem Sozialen Netzwerk kam die Polizei dem Sextäter auf die Schliche. Seit Mitte Mai sitzt er in der Justizanstalt Puch- Urstein. Vor Gericht zeigte er ein aber ein anderes, reuiges Gesicht: Sein Verteidiger sprach zu Beginn des Gerichtsverfahrens von einem schwerwiegenden Verhalten, dass der Mann bedauere - verwies dabei auf das schriftliches Geständnis seines Mandaten. Nur die Länge der Misshandlungen und der Zeitraum seien anzuzweifeln, so der Anwalt. Außerdem stelle der Angeklagte 20.000 Euro als Wiedergutmachung in Aussicht.

Die Opfer- Anwältin hatte zuvor aber 100.000 Euro für die Tochter gefordert, verwies auf auch den "Verdacht einer "Borderline"- Erkrankung bei der Tochter. Für das zweite Opfer wurden 5.000 Euro gefordert. Den Antrag der Verteidigung auf Ausschluss der Öffentlichkeit nahm der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Anna- Sophia Geisselhofer an. Schlussendlich wurde der Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt. Wegen der Einholung eines neuro- psychiatrischen Gutachtens. Zu klären gilt eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit des Mannes. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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