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27.07.2017 - 10:30
Grün-Politiker Rupert Fuchs ist die Salzburger Speerspitze im Kampf gegen das Glyphosat.
Foto: Wolfgang Weber

Grüne starten Kampf gegen Glyphosateinsatz

09.02.2017, 11:15

Eine Million Unterschriften in sieben EU- Staaten sind das Ziel von Global 2000: Jetzt kann man im Internet die Petition gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat unterschreiben. Salzburgs Landtag drängt auf ein generelles Verbot, der grüne Abgeordnete Rupert Fuchs kämpft seit Jahren gegen das umstrittene Mittel.

Als "vermutlich krebserregend" stuft die WHO das Pestizid Glyphosat ein, noch heuer will die EU entscheiden, ob das Mittel über 2017 hinaus im Einsatz bleiben darf. "Schon der Verdacht auf eine Schädigung reicht, es muss ein Totalverbot her", sagt Rupert Fuchs, grüner Landtagsabgeordneter und einer, der weiß, wovon er spricht: "Ich war früher selbst als Lokführer mit dem Giftzug unterwegs. Wenn du das versprüht hast, danach war rund um die Gleise alles Grün kaputt."

338 Tonnen Glyphosat landeten 2014 auf Österreichs Feldern
Foto: keinegentechnik.at

Die ÖBB versprühten 2014 österreichweit noch 9,48 Tonnen davon, die ASFINAG hingegen verzichtet seit 2015 komplett auf das Unkrautvernichtungsmittel. "Die Gefahr  sind die vielen Kleingärtner, die oft gar nicht wissen, wie gefährlich das Mittel ist, das sie in der Hand haben", sagt Rupert Fuchs: "Jede Gemeinde hat das früher, etwa auf den Friedhöfen, verwendet. Da hat sich Gott sei Dank vieles zum Besseren gewendet." So konnten die Grünen bereits 2015 erreichen, dass das Mittel auf Landesgrund nicht mehr eingesetzt wird, im Vorjahr hat man auch an Landwirtschaftsminister Rupprechter appelliert, sich für ein EU- weites Verbot von Glyphosat einzusetzen.

"Sind es unseren Kindern schuldig"

Als Wirt (auf der Kleinarler Hütte) und Imker weiß Rupert Fuchs aus  Erfahrung um die  Gefährlichkeit des Mittels: "Der Glyphosat- Einsatz führt groteskerweise dazu, dass der Stadt- Honig, weil es hier keine Felder gibt, unbelasteter ist als jener von Bienen, die am Land ausschwärmen." In Deutschland wurde das von Monsanto hergestellte Glyphosat sogar in Babywindeln, der Muttermilch  und im Bier (nicht bei uns) nachgewiesen. Befürworter  des für die Landwirte  bequemen Unkrautvernichtungsmittels behaupten: "Ohne seinen Einsatz ist eine konventionelle Landwirtschaft unmöglich." Doch das, so Rupert Fuchs, ist Unsinn: "Gerade bei uns in Österreich beweisen immer mehr Bio- Landwirte, dass  eine Bewirtschaftung auch ohne Glyphosat möglich ist." Er selbst wird auch auf seiner Kleinarler Hütte die Petitions- Listen auflegen und hofft auf ein baldiges "Aus" für Glyphosat: "Weil wir es unseren Kindern schuldig sind, ihnen keine vergiftete Umwelt zu hinterlassen."

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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