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26.09.2017 - 03:10
Foto: Markus Tschepp

Grödiger müssen 80.000 Fahrzeuge täglich ertragen

11.06.2010, 09:53
Schlafen bei geschlossenen Fenstern, selbst im Sommer. Schnell den Kaffee auf der Terrasse austrinken, sonst kommt das Kopfweh. Wenn es irgendwie geht, einfach weg. So leben die Anrainer der Autobahn in Grödig. Die Gemeinde ist immer gewachsen, aber jetzt wollen die Familien nicht mehr so recht hinziehen. Der Grund: 80.000 Fahrzeuge pro Tag und ohrenbetäubender Lärm.

Es ist ein ständiges Rauschen, je nach Wetter und Verkehr sehr laut oder "nur" laut, aber es ist immer da – verfolgt die Grödiger wie ein lästiger Tinnitus im Ohr. "Wir waren gerade in Sardinien auf Urlaub. Wenn man zurück kommt, dann ist es umso schlimmer. Da fällt uns immer so richtig auf, wie groß der Autobahnlärm ist", sagt Annemarie Koidl der "Krone".

Ihr Haus, in dem ihre Familie und die Eltern leben, ist zirka 100 Meter von der Autobahn entfernt. "Wir wohnen im ersten Stock, da hilft die geplante Lärmschutzwand gar nichts." Die einzige Lösung für die Familie Koidl und die Nachbarn: eine Einhausung. Die fordern auch die Familien im Ortsteil Glanegg. Dort wirft der Schlossberg den Schall zurück zu den Häusern.

Lärmschutzwand oder Einhausung?

Insgesamt gibt es zirka 1.000 Betroffene in Grödig. Die geforderte Einhausung wäre teuer, ist wahrscheinlich genau aus diesem Grund nicht auf der Liste der Asfinag. Dafür aber der dreispurige Ausbau in beide Richtungen. Eine vier Meter hohe Lärmschutzwand soll die Erlösung bringen, so plant es die Autobahngesellschaft.

Die Grödiger zweifeln, genauso wie Bürgermeister Richard Hemetsberger: "Wenn der Lärmschutz so gebaut wird, dann sind die Gelder auf Jahrzehnte blockiert. Wir sind besorgt, weil eine Studie, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, zeigt: Die Wand löst das Problem nicht." Er kämpft, damit seine Gemeinde im Herbst bei der Reihung der Projekte ganz vorne steht.

Die Anrainer zeigen sich inzwischen kämpferisch aber auch selbstkritisch: "Ich wäre bei einer Blockade sicher mit dabei. Wahrscheinlich haben wir ohnehin zu lange gezögert", meint Annemarie Koidl zur "Krone".

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung
Bild: Auch den jungen Anrainern - hier Markus, Katharina, Theresa, Larissa und Theresa - ist es zu laut.

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