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21.08.2017 - 08:57

Gefesselte Leiche: Pensionistin wurde gewaltsam erstickt

05.12.2012, 13:55
Der Verdacht auf Raubmord in Köstendorf im Salzburger Flachgau hat sich bestätigt: Jene 83-jährige Pensionistin, die am Dienstag gefesselt und geknebelt tot in ihrem Haus gefunden wurde, wurde gewaltsam erstickt. Das ergab die gerichtsmedizinische Obduktion am Mittwochvormittag, sagte Landeskriminalamtsleiter Albert Struber. Die Fahndung nach den Verdächtigen läuft.

Dem Obduktionsbericht zufolge wurden die Atemwege im Gesicht und am Hals mit Gewalt zugedrückt. Außerdem wurde am Kopf eine Verletzung gefunden, die von einem stumpfen Gegenstand stammt. Darüber hinaus konnte Struber nichts Neues vermelden. Die Ermittler seien immer noch bei der Spurensicherung am Tatort, "sie arbeiten sich Raum für Raum weiter".

"Ergebnisse werden abgeklärt und Spuren abgeglichen"

Jetzt beginnt die tägliche Arbeit des Kriminalisten, da kann man nichts erzwingen. Die Befragungen laufen, die Ergebnisse werden abgeklärt und die Spuren abgeglichen." Eine konkrete Spur gibt es nach den bisherigen Zeugenbefragungen noch nicht. Es seien aber eine Reihe von Hinweisen aus der Bevölkerung eingegangen, "die wir nun nach und nach abarbeiten", erklärte der LKA- Chef.

Die Leiche der Pensionistin war am Dienstag gegen 15 Uhr in dem Einfamilienhaus mitten im Ort entdeckt worden. "Der Spurenlage am Tatort nach dürfte es sich um einen Einbruch handeln", so Struber. Eine Ärztin auf Hausbesuch hat am Nachmittag geläutet. "Als die Hausbesitzerin nicht aufmachte, hat sie ein eingeschlagenes Fenster entdeckt und sofort die Polizei alarmiert." Die Beamten stiegen in das Haus ein und entdeckten schließlich im Wohnzimmer die tote Pensionistin.

"Kästen durchwühlt und Schränke aufgebrochen"

Wie die Kriminalisten feststellten, war die Wohnung auf den Kopf gestellt worden: "Die Kästen wurden durchwühlt und Schränke aufgebrochen, man kann also davon ausgehen, dass die Wohnung nach Wertgegenständen abgesucht wurde", so Struber. Ob etwas gestohlen wurde, müssten erst nahe Angehörige der Toten feststellen. Das soll in den nächsten Tagen passieren.

Im Zuge einer Großfahndung, die auch auf Oberösterreich und Bayern ausgeweitet wurde, sucht die Polizei nun nach zwei bis drei verdächtigen Männern. Zwei von ihnen waren von einer Überwachungskamera gefilmt worden (siehe letztes Bild). Die beiden sind von mittelgroßer Statur, haben kurze Haare und dürften etwa 30 Jahre alt sein. Einer der beiden trug einen auffallend blauen Anorak. Noch ist aber nicht klar, ob die Männer tatsächlich mit der Tat in Zusammenhang stehen, hieß es seitens der Polizei.

Bürgermeister ist "maßlos schockiert"

Die Betroffenheit in der Flachgauer Gemeinde ist groß. Die betagte Frau, die zwei Töchter und mehrere Enkelkinder hinterlässt, lebte in den vergangenen Jahren sehr zurückgezogen. Auch die Nachbarn hatten nur mehr selten Kontakt zu ihr. Sie sei nach dem Tod ihres Mannes sehr verschlossen gewesen, hieß es. Die Familie selbst war im Ort hoch angesehen, da der Mann der Toten jahrelang als Gemeindearzt tätig war.

Bürgermeister Wolfgang Wagner zeigte sich von dem Gewaltverbrechen "maßlos schockiert": "Es ist fürchterlich, dass so etwas passiert. Meine ganze Anteilnahme gilt auf jeden Fall den Angehörigen. Und ich hoffe, dass die Täter ehestmöglich gefunden und zur Verantwortung gezogen werden." Um die Sicherheit in der Ortschaft sorgt sich der Ortschef aber nicht: "Durch die Polizeiinspektion in Neumarkt sind wir gut abgesichert. Es gibt zwar hin und wieder Einbrüche, wie neulich in die Hauptschule, aber gröbere Probleme hatten wir bisher noch nie." Wagner appellierte auch an alle Bewohner, Verdächtiges sofort bei der Polizei zu melden und die Nachbarn zu informieren.

Parallelen zu brutalem Überfall in Straßwalchen

Die Tat zeigt Parallelen zu einem brutalen Raubüberfall im nahen Straßwalchen Anfang September (siehe Infobox). Damals wurde ein 80- jähriger, ebenfalls alleinstehender Mann von zwei bis drei unbekannten Tätern in seinem Bauernhaus schwer verletzt. Einer der Räuber versetzte dem Landwirt damals einen Stich in den Oberschenkel, dann fesselten die Täter ihr Opfer mit Klebeband und verklebten ihm den Mund. Danach durchsuchten sie das Haus, brachen einen Tresor auf und flüchteten. Der 80- Jährige konnte sich nach dem Überfall noch gefesselt 150 Meter zum Nachbarhaus schleppen.

05.12.2012, 13:55
AG/Kronen Zeitung/red
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