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20.09.2017 - 16:08
Foto: dpa/dpa-Zentralbild/Z1022 Patrick Pleul

Frauenpreis geht nicht an Salzburger Abtreibungsklinik

08.03.2010, 13:20
Viel ist öffentlich diskutiert worden über den diesjährigen Frauenpreis in Salzburg, am Ende ist es aber ganz anders gekommen: Nicht die Abtreibungsambulanz Gynmed, deren Nominierung so heftige Debatten hervorgerufen hatte, erhält 2010 den Troll-Borostyani-Preis, sondern das Frauenhaus Salzburg. Damit wird die Institution genau in dem Jahr geehrt, in dem es mit einer Kürzung der Landes-Förderung zurechtkommen muss.

Ein Grüppchen Abtreibungsgegner hatte sich pünktlich vor der Pressekonferenz vor den Räumlichkeiten positioniert, letztlich war der Aufmarsch aber vertane Müh'. Denn die Gynmed Ambulanz ging leer aus. Vor allem aus ÖVP- und Kirchen- Kreisen war kurz nach Jahresbeginn heftig gewettert worden, weil diese Ambulanz, in der Frauen seit einigen Jahren erstmals auch in Salzburg in einer öffentlichen Einrichtung Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen können, neben fünf anderen Fraueneinrichtungen für den Preis nominiert worden war.

Burgstaller verteidigt Nominierung

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller verteidigte heute ihren damaligen Entschluss, die Ambulanz einzurichten. Zuvor hätten sich in Salzburg "fürchterliche Geschichten in Hinterhöfen" abgespielt. Heute bekämen die Frauen Beratung und bestmögliche medizinische Behandlung. Sie habe im Jänner sehr bedauert, dass nach Jahrzehnten der Frauenpolitik wieder eine parteipolitische Diskussion über Schwangerschaftsabbrüche entstanden sei.

Halleiner Frauenhaus auf Platz zwei
Doch die Gynmed Ambulanz landete im Ranking nur auf Rang vier. Klarer Sieger wurde das Frauenhaus Salzburg, das von 29 Prozent der rund 1.500 Befragungs- Teilnehmer gewählt wurde. Es ist damit eine Einrichtung, die heuer ebenso mit weniger Geld des Landes auskommen muss wie das Halleiner Frauenhaus Mirjam, das auf Platz zwei gewählt wurde und ursprünglich sogar von der Schließung bedroht war. Burgstaller sagte, beide Häuser seien in der Lage, die Kürzungen zu verkraften. Könne man sich darauf einigen, wie sich die Einrichtungen weiterentwickeln, dann werde es nach den beiden Landes- Sparbudgets 2010 und 2011 auch wieder mehr Geld geben.

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