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23.08.2017 - 17:51
Der "Star" im Werbevideo der Freiwilligen Feuerwehr St. Johann: Martin Stifter.
Foto: Gerhard Schiel

Feuerwehr- Werbevideo

10.05.2017, 23:30

Salzburg steht und fällt mit der Arbeit und dem Engagement der Freiwilligen. Feuerwehr, Rotes Kreuz, Bergrettung, soziale Organisationen und viele mehr. Wenn die Millionen Einsatz- Stunden der Steuerzahler - also wir - zahlen müsste, wäre das Land auf der Stelle bankrott.

Das Ansehen der Ehrenamtlichen ist nicht nur aus reinem Pragmatismus riesig, dennoch gibt es teils eine Nachwuchskrise. So geht es auch der Freiwilligen Feuerwehr in St. Johann. Zwar ist man in der Pongauer Bezirkshauptstadt top- einsatzbereit, aber 20 aktive Mitglieder mehr wären hilfreich. "Andreas Rauchenbacher und ich hatten die Idee, ein Video zu machen, um neue Mitglieder zu werben. Unser Freund und Filmemacher Christian Fischbacher war begeistert und sagte: ,Für die Feuerwehr mache ich das gratis.’ So fing alles an", erzählt Martin Stifter. Seit er 15 war, ist der 25- Jährige begeisterter "Feuerwehrler", spielt nun die "Hauptrolle" im Kurzvideo. Die Aussage ist emotional: Ein Unfall passiert, offenbar ist auch ein Kind betroffen. Martin eilt zum Feuerwehrhaus, zieht sich um, springt ins Einsatzfahrzeug - und sitzt dort alleine. "Was ist, wenn keiner kommt?" Diese Frage bleibt im Raum stehen und wird ergänzt mit: "Wir brauchen auch dich, um anderen zu helfen."

Martin Stifter wird zum Einsatz gerufen. Plakative Frage: "Was ist, wenn keiner kommt?"
Foto: FF. St. Johann

Von der Faszination anderen zu helfen

Zuerst wollten die Freiwilligen das Video bewerben, stellten es aber dann doch einfach ins Netz. "Und es schlug voll ein", freut sich Martin Stifter. Fast 16.000 Klicks hatte der Beitrag bis Mittwochnachmittag, Tendenz steigend. "Wir haben nicht damit gerechnet, dass sich gleich 20 Leute melden und bei der Feuerwehr anfangen. Aber es ist gut, dass die Leute wissen: Wir suchen - und wie schön es sein kann, zu helfen", betont Martin. Er selbst ist mit Leidenschaft dabei, auch bei der Bergrettung. "Zeit ist meistens ein Gegenargument, aber die nimmt man sich, wenn man es wirklich will", unterstreicht er. Sein Arbeitgeber, der Tourismusverband in Flachau, kommt ihm entgegen, wo es geht. Die ganz persönliche Motivation des St. Johanners, Freizeit für ehrenamtliches Engagement zu "opfern"? "Die Standardantwort ist, dass es schön ist, zu helfen. Aber es ist noch viel mehr. Die unglaublich intensive Kameradschaft und vieles zu lernen, was man sonst nie mitbekommen würde.

Junger Freiwilliger motiviert die Jugend

Der Kurzfilm von Christian Fischbacher läuft übrigens auch im örtlichen Diesel Kino. Bürgermeister Günther Mitterer hat das möglich gemacht, auch ein Zeichen, wie wichtig die Feuerwehr für die Kommune ist. Jetzt fehlen nur noch die Bewerbungen, die hoffentlich bald auf dem Tisch von Stadtkommandant Johann Überbacher liegen.

Interview - "10.000 Aktive sollen es bleiben"

Leopold Winter ist Salzburgs "oberster" Feuerwehrmann. Er versichert: "Die Feuerwehren sind alle einsatzbereit, aber"

Herr Landeskommandant, St. Johann sucht neue Mitglieder. Ein allgemeines Problem?

"Unser Ziel ist, den Stand von 10.000 Aktiven zu halten. In manchen Gemeinden hapert es ein wenig, aber es sind auf jeden Fall alle Feuerwehren einsatzbereit. Einige, wie in St. Johann, wollen ihre Mannschaft aufstocken."

Sorgen muss sich also niemand machen, dass es gar zu wenige Einsatzkräfte gibt?

"Nein, wir sind immer bereit - wie gewohnt."

Wie weit aufstocken?

"Im Fall St. Johann gibt es 72 Aktive, der Ortskommandant hätte gerne 20 mehr."

Gibt es noch andere Orte mit ähnlichen Ambitionen?

"Es gibt Aktionen in Hallein, Annaberg- Lungötz, aber auch in Oberndorf. In Hallein hat man es mit Plakaten versucht."

Ist das der Weg aus einer Art Personalkrise, oder dass es sich zu einer auswachsen könnte?

"Da gehen wir drei Wege. Erstens die Feuerwehrjugend mit zirka 1000 Mitglieder in Salzburg. Zweitens die 20- bis 40- Jährigen begeistern, die gefestigt sind, beruflich wie privat. Und drittens unser Wunsch, das ,Pensionsalter’ von 65 auf 70 zu erhöhen."

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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