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18.08.2017 - 05:42
Foto: APA/Herbert Pfarrhofer

Ex- Landeschef von Sachsen stand in Salzburg vor Gericht

10.12.2010, 13:01
Ein Duell auf der Tauernautobahn (A10) bei Kuchl (Tennengau), das sich im vergangenen Dezember der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Gerd Gies (CDU), und ein Pongauer Lkw-Fahrer geliefert hatten, hat nun in einem Salzburger Gerichtssaal ein Nachspiel gehabt. Der 67-jährige Ex-Politiker beteuerte dabei seine Unschuld – er sei vom Lkw abgedrängt worden, wie er laut seinem Verteidiger betonte. Urteil gab es vorerst keines, der Prozess wurde zur Einholung einer Auswertung der Tachographenscheibe des Lkw-Sattelzuges vertagt.

Auch im Strafantrag der Salzburger Staatsanwaltschaft steht, dass zuerst der 71- jährige Lastwagenfahrer aus dem Pongau den deutschen Pkw- Lenker "durch Schneiden der Fahrlinie zum Abbremsen und Auslenken" genötigt habe. "Gerd Gies hat den Lastwagen überholt und wurde abgedrängt. Der Lkw kam auf die linke Fahrbahnseite", erklärte der Salzburger Verteidiger des Ex- Politikers, Franz Essl. "Gies ist ihm dann nachgefahren und wollte ihn zur Rede stellen."

Lkw- Fahrer zu Notbremsung und zum Anhalten genötigt?

Die beiden Lenker hätten kurz angehalten und sich ausgemacht, bei der nächsten Autobahn- Ausfahrt in Golling stehen zu bleiben und über den Vorfall zu reden, sagte der Rechtsanwalt. Doch der Pongauer sei dann einfach weitergefahren. Laut Strafantrag hatte dann auch Gies seinerseits den Lkw- Fahrer geschnitten und ihn zu einer Notbremsung und zum Anhalten des Fahrzeuges genötigt.

Verfahren von Gies selbst ins Rollen gebracht

Der Ex- Politiker brachte das Verfahren anschließend selbst ins Rollen. Seine deutschen Anwälte schickten eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Salzburg. Bei der Verhandlung am Landesgericht Salzburg wurden nicht nur der Lkw- Fahrer und Gerd Gies einvernommen, sondern auch eine Zeugin, die im Audi A5 von Gies saß. Sie bestätigte die Angaben des Deutschen. Die Auswertung der Tachographenscheibe soll nun klären, wann, wo und mit welcher Intensität der Pongauer den Lastwagen abgebremst hat.

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