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20.09.2017 - 04:10
Foto: Markus Tschepp

Eugendorf ist überreif für eine Dauerlösung

11.02.2010, 09:55
Der Flachgau erstickt im Verkehr, in Eugendorf ist es besonders schlimm. Dort wollen alle auf die Autobahn, aber die drei aufgefädelten Kreisverkehre bescheren den Autofahrern lästige Staus und den Anrainern unerträgliche Lärmbelästigung. Das Problem wurde lange ignoriert, jetzt sucht Salzburg eilig nach Lösungen. Die "Krone" fragte bei den Pendlern und Eugendorfern nach.

Junge Flachgauer kennen es gar nicht mehr anders: Tag für Tag, vor allem zu den Pendlerzeiten, verwandelt sich Eugendorf in eine Staugemeinde – Frust bei den Autofahrern und Bewohnern inklusive. Verkehrsreferent Wilfried Haslauer will den Verkehrsknoten jetzt lösen und das so schnell wie möglich, doch die Eugendorfer sind skeptisch. Sie wollen keine Pflaster, um kleine Probleme zu behandeln. Sie wollen eine tief greifende Operation, um den Verkehrsinfarkt endgültig zu beseitigen.

Zweiter Autobahnanschluss

Konkret: Die Öffnung der Busspur auf der B1 (Wiener Straße), der Ausbau des Kreisverkehrs Kirchenstraße und die Sperre für Lastwagen auf der Thalgauer Landesstraße geht den Betroffenen nicht weit genug. "Wir wollen einen zweiten Autobahnanschluss. Der Stau entsteht, weil alle auf die A1 wollen. Erst wenn der Verkehr schon vorher weg ist, kann Eugendorf aufatmen", sagt zum Beispiel Friederike Freimüller.

"Ampeln verlegen den Stau nur"

Und sie muss es wissen, denn sie pendelt jeden Tag zu ihrer Arbeit als Trachtenverkäuferin in Eugendorf. Und auch Kollegin Elisabeth Strasser aus Seekirchen stimmt ihr zu: "Es ist jeden Tag der gleiche Frust. Ich glaube auch nicht, dass die geplanten Ampeln etwas bringen. Die verlegen den Stau doch nur."

Haslauer will Lösung präsentieren

In Eugendorf ist das Thema in diesen Tagen brisanter denn je, denn am 24. Februar kommt Wilfried Haslauer in die verkehrsgeplagte Gemeinde, um seine Lösungen zu präsentieren. Unterstützt wird er von einer High- Tech- Computersimulation. Sie soll zeigen, wie die vorübergehenden Maßnahmen – bis zur Realisierung des zweiten Autobahnanschlusses – greifen.

Täglicher Lärm und Dreck

"Endlich, kann ich da nur sagen. Eugendorf ist überreif für eine Lösung. Wir leiden alle sehr unter der Situation, denn es geht ja nicht nur um die geplagten Pendler. Wir müssen mit dem Lärm und Dreck ja jeden Tag leben", betont Elisabeth Eder. Und sie spricht vielen aus der Seele, die jeden Tag der Blechlawine zuschauen müssen.

Eugendorf will nicht unter die Räder kommen

Das "Allheilmittel" zweite Autobahnauffahrt scheint aber Bürgermeister Johann Strasser ebenfalls nicht weit genug zu gehen. "Ich bin in dieser Sache nicht ganz einer Meinung mit Wilfried Haslauer. Aber ich verstehe ihn, denn die Kassen sind leer und das Verkehrsproblem in Eugendorf wurde von der SPÖ jahrelang stiefmütterlich behandelt. Jetzt will er Gas geben, aber Eugendorf muss schauen, dass wir dabei nicht unter die Räder kommen."

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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