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22.09.2017 - 02:48
Foto: Sepp Pail

Entscheidung über 380 kV - kein Kabel, neue Brennpunkte

23.06.2010, 09:09
Die Entscheidung ist gefallen: Auch der zweite Teil der 380-kV-Stromautobahn wird als Freileitung gebaut werden. Den "Korridor", in dem die Leitung errichtet wird, legte eine Expertengruppe um Umwelt-Hofrat Othmar Glaeser fest. Da droht neuer Ärger vor allem in Fusch, Taxenbach und Werfen. Die Regierung stimmte bereits zu.

Auch im zweiten Abschnitt der 380- kV- Leitung von Elixhausen bis Kaprun wird es kein Erdkabel geben. Das ist deutlich zu erkennen in der 62 Seiten dicken "Trassenkorridorempfehlung", die eine Expertenrunde um Umwelt- Hofrat Othmar Glaeser ausgearbeitet hat. Dieses Team suchte nach der besten Variante für eine Freileitung und achtete bei ihrer Empfehlung darauf, dass möglichst wenige Menschen und Wohnhäuser im Nahbereich dieser Trasse betroffen sind.

Verlauf der Trasse: siehe Infobox!

Die Landesregierung war zufrieden, nur sehr vorsichtig merkten die Politiker an, dass natürlich das Elektrizitätsgesetz gilt und dass Verkabeln nötig wäre, wenn Abstände zu Siedlungen nicht eingehalten werden. Landeschefin Gabi Burgstaller und Vize Wilfried Haslauer sagten, dass sie ein Kabel nicht vorschreiben können – doch freiwillig vergräbt der Verbund die Leitung nicht.

Landesregierung lobt "positive Bilanz"

Der neue Entwurf für die 380- kV- Trasse betrifft etwa 500 Häuser, in denen Familien näher als 200 beziehungsweise 400 Meter an der Leitung leben müssen. Die Politik hört lieber die positive Bilanz, dass nach dem Bau der 128 Kilometer langen 380er- Leitung auch auf 251 Kilometern Länge alte 110- und 220- kV- Leitungen abgebaut werden und dadurch etwa 4.300 Menschen entlastet werden, die unter den bestehenden Leitungen leben.

Der Bericht der Experten ist die Grundlage. Verbesserungen in diesem Korridor sollen Gemeinden, Bürgermeister und Initiativen selbst ausarbeiten. Dabei wussten die Ortschefs bis Dienstag nicht, wo die neue Leitung verlaufen wird. Sie erfuhren erst am Abend im Kultur- und Kongresshaus von St. Johann die Pläne. (Die - mehrheitlich negativen - Reaktionen der Bürgermeister sind in einem Artikel in der Infobox zusammengefasst!) Burgstaller wurde auf die Frage, ob sie Verständnis für Proteste aus den Gemeinden hat, sehr deutlich: "Nur wenn sie zur Lösung des Problems auch beitragen."

"Planungsgebiet" und neue Probleme

Die neue Trasse bringt in den Gemeinden auch neue Brennpunkte:

  • Am Nockstein ist weiter die Rede von zwei Varianten. Durch die Schlucht (dagegen läuft Salzburg Sturm) oder an der Ostseite herum. Vermutlich kommt die Trasse auf Koppler Seite, aber offiziell ist das ganze Gelände noch "Planungsgebiet".
  • Von Werfen bis Golling ist die Leitung nicht oben am Hagengebirge, sondern verläuft im Salzachtal, das sie zweimal quert – bei Sulzau und bei Stegenwald.
  • Im Pinzgau wechselt die Trasse schon in Taxenbach auf die südliche Schattseite. Bisher war das erst in Bruck geplant. Die Taxenbacher sollen dafür mit dem Abbau der 220er- Leitung über Wohngebiet entschädigt werden.
  • Das Tal der Fuscher Ache soll nicht an der Brucker Grenze gequert werden (wie von der Gemeinde gewünscht), sondern südlich von Fusch.

von Robert Redtenbacher, Kronen Zeitung

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