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22.08.2017 - 12:57
Die jung gebliebenen Vollprofis dürfen weiter helfen: F. Egger, W. Kristandl, OFK M. Mayrhofer(li.)
Foto: Melanie Hutter

Endlich: Feuerwehrleute bald bis 70 im Einsatz!

24.07.2017, 23:30

Da hat sich ein Pinzgauer Sturschädel - im positivsten Sinne des Wortes - durchgesetzt. Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter hat es schon lange gefordert, jetzt wird das Salzburger Feuerwehrgesetz novelliert. Erfahrene Helfer werden nicht mehr mit 65 in die Pension "verbannt", ihre Erfahrung ist nämlich Gold wert.

Verstanden hat es niemand, sinnvoll war es auch nicht, veraltet sowieso: Bisher wurden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren in Salzburg mit 65 in Pension geschickt. Sie durften keine Einsätze mehr absolvieren, geschweige denn leiten, auch nicht mehr mitwählen, wenn es um den Feuerwehrkommandanten ging. Das wird bald anders!

Änderung könnte heuer beschlossen werden

Die Novelle zum Feuerwehrgesetz, in dem auch das Ruhestandsalter geregelt ist, geht im Herbst in die Begutachtung und kann heuer beschlossen werden. Das bestätigte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Montag der "Krone" und zeigte sich sehr erfreut darüber: "Es ist der richtige Schritt. Viele freiwillige Feuerwehrleute können auch nach 65 einen wertvollen Beitrag leisten. Gott sei Dank haben wir sehr viele Menschen, die ihr Herzblut und Engagement in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Ich bin stolz auf unsere Feuerwehren, stehe hinter ihnen!"

Stuhlfelden darf zwei der besten Leute behalten

Die "Krone" hat zwei, die es betrifft, in Stuhlfelden besucht. Walter Kristandl war 25 Jahre lang Ortskommandant, Franz Egger genau so lange als Stellvertreter an seiner Seite. Beide wären heuer in den Ruhestand geschickt worden. "Sarkastisch ausgedrückt, hätten wir den Verkehr bei einem Dorffest regeln dürfen, aber im Ernstfall nicht helfen", so die beiden. Dabei wollen sie weiter machen - dürfen es jetzt auch. "Die Erfahrung der beiden ist eine große Hilfe. Sie müssen nicht mit schwerem Atemschutz ausrücken. Aber ihr Wissen ist unersetzlich", unterstreicht der aktuelle Ortsfeuerwehrkommandant, Martin Mayrhofer und fügt hinzu: "Viele unserer Freiwilligen pendeln aus. Bis sie vor Ort sind, dauert es und der Arbeitgeber muss verständnisvoll sein. Walter und Franz sind nicht mehr berufstätig, damit schneller verfügbar."

Helfen bald auch in anderen Orten "erlaubt"

Einer, der dafür gekämpft hat, dass das Feuerwehrwesen modernen Rahmenbedingungen bekommt, die ins 21. Jahrhundert passen, ist Landeskommandant Leo Winter. Er lehnt die Lorbeeren für sich alleine aber ab und betont: "Wir alle bei der Feuerwehr haben uns eingesetzt. Jetzt kommt die letzte Runde, wir sind guter Dinge." Dass es ein langer Prozess war, liegt an den zahlreichen Änderungen. Unter anderem darf ein Feuerwehrmitglied dann auch in der Gemeinde seiner Arbeitsstätte ausrücken, wenn sich die jeweiligen Kommandanten einig sind. "Abläufe und Strukturen werden vereinfacht", so Winter. 800 Feuerwehrer hätten in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand müssen. Das dürfte noch heuer vom Tisch sein.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

Zitat

Landeshauptmann Wilfried Haslauer:
Die Anpassung des Alters ist der richtige Schritt.
Auch Engpässe können so abgefedert werden.

Bgm. Sonja Ottenbacher, Stuhlfelden:
Ich bin froh, dass das Pensionsalter angehoben wird.
Leo Winter war in dieser Sache hartnäckig.

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