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23.09.2017 - 01:47
Cornelia vom Mayer-Feinkoststand: "Wir agieren seit Jahren wie ein normales Geschäft mit Kassa."
Foto: Markus Tschepp

"Eine Verzweiflungsaktion des Finanzministeriums"

06.01.2016, 10:40

Bis Juni 2016 gibt es noch keine Strafe, doch schon jetzt ist der Unmut bei Klein- und Mittelbetrieben über die Registrierkassenpflicht groß. Die Standler auf den Wochenmärkten, besonders auf der Salzburger Schranne und am Grünmarkt trifft es. Markus Schreilechner, der dort Obst und Gemüse verkauft: "Wir bunkern doch keine Schwarzgeld- Millionen in Liechtenstein, die Zettelwirtschaft für Minimalbeträge ist wirtschafts- und kundenfeindlich."

18.000 Euro, so die Experten- Schätzung, muss Schreilechner für die Registrierkassen samt Software und Zubehör investieren: "Gerade einmal 200 Euro kann ich mir dann vom Finanzminister zurück holen." Das Ganze sei ein Murks und nichts anderes als eine verzweifelte "Beschaffungsaktion des Finanzministeriums", so FPS- Landtagsabgeordneter Markus Steiner: "Es zeugt von einem kranken System, das zu Lasten der Fleißigen in diesem Land festgeschrieben wird."

Auf Wochenmärkten gibt es noch dazu in der kalten Jahreszeit ein weiteres Problem: "Uns hat das Eichamt gesagt: Schon elektronische Waagen sollte man ab minus 3 Grad eigentlich nicht mehr verwenden. Und wie sieht das bei den Registrierkassen aus?" Besonders an den Grünmarkt- Würstlständen, die bis minus 15 Grad die Stellung halten, schüttelt man den Kopf: "Kein Hersteller will garantieren, dass die Kassen unter extremen Bedingungen funktionieren. Vielleicht muss jedes Jahr eine neue Kassa angeschafft werden." 15 Seiten mit Kleingedrucktem umfasst die Information des Finanzministeriums zur Registrierkassen- Pflicht. Es gibt auch Ausnahmen: Fiaker, Zeitungsverkäufer, der Ausschank unter Schirmen und Zelt- Dächern, Andenken- und Christbaumverkauf sowie Maroni- Brater und Verkäufe vom offenen Pickup oder Pritschenwagen (Obst und Gemüse) sind von der Kassenpflicht ausgenommen.

Aussichtsfernrohre und Wuzzler ausgenommen

Die Regelwut des Finanzministeriums geht noch weiter, man versichert: Auch Warenausgabeautomaten mit einem Einzelumsatz von unter 20 Euro brauchen kein Ticket ausspucken - Tischfußballautomaten, Flipper, Personenwaagen und Aussichtsfernrohre etwa...

Pflicht trifft auch die Vereine und Zeltfeste

"Die Registrierkassenpflicht trifft aber auch Vereine und ihre großen Zeltfeste", so Landtagsabgeordneter Markus Steiner: "Man macht durch die rigorosen Finanzkontrollen Vereinen mit ehrenamtlichen Mitgliedern wie Feuerwehr oder Rotem Kreuz, die viel für die Gesellschaft leisten, das Leben immer schwieriger."

06.01.2016, 10:40
Wolfgang Weber, Kronen Zeitung/red
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