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24.08.2017 - 04:10
Foto: Holitzky

Ein Lungauer Feriendorf versorgt sich selbst

24.10.2009, 17:29
Die Häuser aus Holz, die Energie aus Salzburger Rapsöl, die Dämmung aus Schafwolle, das Essen aus dem Lungau, der Treibstoff aus der Steckdose: Das "Feriendorf St. Martin" in St. Michael versorgt sich selbst. Das hat einen Hotelier und Touristiker aus Nepal so fasziniert, dass er so etwas in seinem Land umsetzen will.

Sanfter Tourismus – der ist in Nepal, wo Narendra Bajracharya herkommt gefragt. "Viele ökologische Sünden sind bei uns in den vergangen Jahren begangen worden", weiß der Leiter einer Tourismusschule in Kathmandu und Hotelier. Umso mehr geriet der Experte ins Staunen als ihn Herbert Bliem und seine Frau Jodi durch das energieautarke Feriendorf in St. Michael geführt haben.

Dämmung aus Schafwolle

Dort stehen zehn Ferienhäuser ganz aus Holz. "Sie brauchen wenig Energie. Der Trick: Die Dämmung haben wir mit Schafwolle gemacht und die Wärme kommt aus unseren Blockheizkraftwerk, betrieben mit Rapsöl aus Salzburg und Oberösterreich", erklärt der gelernte Tischler Herbert Bliem beim Rundgang mit der "Krone".
Der ökologische Fußabdruck, den hier die durchwegs begeisterten Touristen hinterlassen, ist minimal. "Sie leben hier mit und von der Natur. Das beeindruckt sie, weil es echt ist", weiß der Leiter des Feriendorfes.

Biosphärenpark im Lungau

Für das Konzept spricht nicht nur der Umweltfaktor, sondern auch die Nächtigungszahlen. "Im vergangenen Winter waren sie super gut, auch mit dem Sommer 2009 sind wir zufrieden", so Bliem.
Der Lungau will in naher Zukunft aber noch einen Schritt weiter gehen. Südlich der Tauern soll der siebte Biosphärenpark Österreichs entstehen. Ziel: Das friedliche und nachhaltige Miteinander von Mensch und Natur. "Für uns wäre das eine große Chance. Als – bis auf den Tourismus – schwache Wirtschaftsregion könnten wir uns etablieren", hofft Herbert Bliem.

Sein Gast aus Nepal ist nach vier Stunden mit konkreten Vorstellungen wieder abgereist.

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