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23.08.2017 - 21:43
Foto: Markus Tschepp (Symbolbild)

Die neue Armut mitten in Salzburg

30.10.2016, 10:15

Jedes Jahr wird geforscht und jedes Jahr wird es schlimmer: Es sind erschreckende Zahlen, die die Caritas diese Woche präsentiert hat: 80.000 Salzburger, vor allem Familien, sind armutsgefährdet: Und in den meisten Fällen sind es die Wohnkosten, die für viele unerschwinglich sind, darunter leiden vor allem die Kinder.

33.500 Personen in Haushalten mit Kindern haben laut Studie ein Einkommen unter der Armutsgrenze, sind arbeitslos oder nur geringfügig erwerbstätig und können sich das tägliche Leben nicht leisten. Besonders betroffen sind alleinerziehende Eltern und Familien mit mindestens drei Kindern. Hauptgrund ist das teure Wohnen oder die Suche nach einer Unterkunft, die gerade noch erschwinglich ist. Die derzeit viel diskutierte Mindestsicherung liegt hier unter der Armutsgrenze von 1161 Euro. Eine angedachte Deckelung wäre wohl für viele fatal.

Doch was macht diese neue Art der Armut eigentlich aus? Hungern muss eigentlich niemand mehr, auch Gehälter und Kaufkraft sind im Vergleich zu früher gestiegen, die Sozialtöpfe der Städte und Länder werden jedes Jahr nach oben korrigiert. Und dennoch steigt mit den Unterstützungen die Zahl der armutsgefährdeten Menschen beinahe im Gleichschritt. Armutsforscher sind sich in einem großen Teilbereich schnell einig: Es beginnt mit und bei den Kindern: Zerrissene Ehen, soziale Probleme der Eltern und deren Unfähigkeit mit der modernen Zeit und den Anforderungen des Lebens zurecht zu kommen. Mit all diesen Negativspiralen kommt der materielle und immaterielle Verlust, das Einkommen sinkt, die Einsamkeit rückt vor.

Land erhöht Budgets laufend

Es fehlen männliche Vorbilder, nachdem mit der Scheidung auch der Vater weg ist. Und es ist auch kein Geheimnis, dass manche Kinder in Betreuungseinrichtungen besser aufgehoben wären, um überhaupt ein Fortkommen zu ermöglichen. Das Land Salzburg erhöhte die Budgets für Sozialarbeiter in der Jugendwohlfahrt, große Anstrengungen werden in die Prävention gesteckt, soziale Vereine bieten Beratungen beinahe rund um die Uhr an. Alle haben das gleiche Ziel, es gar nicht soweit kommen zu lassen. Der Weg dahin ist noch sehr lang.

30.10.2016, 10:15
Michael Pichler, Kronen Zeitung/red
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