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28.05.2017 - 04:42
Für die "Krone"-Auszeichnung hat er gedanklich schon einen Ehrenplatz reserviert
Foto: Markus Tschepp

Die internationale Bühne ist sein Platz

04.03.2017, 23:30

Konsul in Chicago, Botschafter in Tirana, Sprecher im Außenministerium: An Schlüsselstellen fühlt sich Thomas Schnöll aus Wals- Viehhausen wohl: Salzburger des Jahres!

Überaus bemüht, kompetent und doch erfrischend locker: So reagiert Thomas Schnöll als Außenamtssprecher in Wien auf die vielen Anfragen. Er ist es gewöhnt, dem Zeitdruck das Drückende zu nehmen, mit Informationen zu jonglieren und die rot- weiß- rote Seele in die Welt hinaus zu tragen.

"Die Weitläufigkeit der Aufgabe hat mich fasziniert", erzählt der Salzburger über seine Motivation, in den diplomatischen Dienst zu gehen. 1997 startete er mit viel junger Energie durch. Die Karriere von Thomas Klestil weckte damals sein Interesse. Direkt nach der französischen Kaderschmiede ENA holte ihn der damalige Botschafter in Paris. "Es war eine tolle Chance", erzählt Schnöll über drei intensive Jahre als zweiter Botschaftssekretär. Er beobachtete die französische Politik, lernte das diplomatische Handwerk. "Das französische Element ist ein Faden in meinem Leben geblieben", verrät er über Erasmus- Zeit und seine große Tochter.

Dann folgten drei Jahre Brüssel zur ständigen Vertretung Österreichs bei der EU, als Referatsleiter für den Westbalkan sein Schwerpunkt. "Es ist eine echte außenpolitische Priorität. Die Länder sollen schnell an die EU herangeführt werden", erzählt er, wo die österreichischen Interessen liegen. Viele Konferenzen bestimmten den Alltag, Reisen nach Serbien, Bosnien oder Montenegro. Zurück in Wien war ebenfalls Sprachrohr für den Balkan. Schnöll: "Wir Österreicher sehen uns als Anwalt dieser Länder innerhalb der EU." Nach dem Krieg ging es damals vor allem auch um eine Stabilisierung der Region.

Schließlich folgte der Sprung über den Ozean: Konsul in Chicago. Politisch wird das kleine Österreich dort weniger beachtet: "Man hat schon Glück, wenn man den Bürgermeister für ein Gespräch bekommt." Die Kultur wurde zur rot- weiß- roten Visitenkarte. "Es ist uns gelungen, die Salzburger Festspiele dort zu präsentieren", erzählt er über ein Konzert, wo auch Präsidentin Helga Rabl- Stadler Gast war. Dazu kam neues Familien- Glück mit Frau Regan.

So einem Ruf folgt man im Kreis der Diplomaten

Dann der pure Kontrast: Tirana in Albanien, damals noch weit hinten am europäischen Abstellgleis. Thomas Schnöll wurde dort erstmals Botschafter. Eine außenpolitische Schlüsselstelle. Er konnte mit viel Diplomatie die Lage stabilisieren und österreichische Investments unterstützen.

Bis der Anruf von Minister Sebastian Kurz kam: "Er wollte mich als Außenamtssprecher." Wann er sich entscheiden müsse? "Gestern", meinte der Minister damals mit Augenzwinkern. So einem Ruf folgt man im Kreis der Diplomaten.

Seit 2015 ist Schnöll zurück in Wien, trat sein neues Amt fast zeitgleich mit internationalen Krisen an. "Einige Monate später waren die Anschläge in Paris", erzählt der Salzburger. Er hat die Nachrichtenlage dann in der Hand, ist ständig mit Botschaften und Journalisten in Kontakt. Auch die neuen Medien managt er mit seinem Team. Minister Kurz steht im Social- Media- Ranking der Politiker ganz oben mit 465.000 Freunden auf Facebook und 191.000 Twitter- Followern. Für seinen teils harten Kurs erntet sein Chef vorwiegend internationale Anerkennung. "Auch im diplomatischen Kreis sagen viele, wie wohltuend sein Stil sei." Die aktuelle Sensation, dass Kurz es sogar auf die Time- Magazin- Liste als Top- Führungspersönlichkeit schaffte, freut auch den Top- Diplomaten an seiner Seite. Nach Wals- Viehhausen kommt er immer noch jedes Wochenende: "Meine Familie wohnt hier. Die Wurzeln sind einfach sehr stark."

Die "Krone" gratulierte Thomas Schnöll mit dem Titel "Internationaler Salzburger des Jahres 2017".

Sabine Salzmann, Kronen Zeitung

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