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23.08.2017 - 03:08
Foto: AP Images

Chef der GKK- Betriebsküche ist seinen Job los

17.09.2009, 10:09
Ein Betriebsrat, der sich nicht gegen die Kündigung eines Angestellten stemmt, sondern diese beinhart durchzieht: Dieses Szenario trug sich dieser Tage im Glasturm der Salzburger Gebietskrankenkasse zu. Der Chef der Betriebsküche wurde regelrecht hinauskomplimentiert. Der Fall sorgt nun für heiße Diskussionen.

Im größten Stress - während der Essensausgabe - wurde der Küchenchef der Salzburger Gebietskrankenkasse Anfang letzter Woche ins Büro des Betriebsratsvorsitzenden Michael Zweibrot zitiert. Da dachte sich der 54- Jährige noch nichts dabei. Wenig später verließ er den Raum mit der einvernehmlichen Kündigung in der Hand, die er eben fassungslos unterschrieben hatte.

"Verfehlungen sind mehr als fadenscheinig"

„Ihm wurde die Kündigung angedroht, darum hat er unterzeichnet. Es gab kein klärendes Vorgespräch, die angeblichen Verfehlungen des Mitarbeiters sind mehr als fadenscheinig. Angeblich hat er Bananen zu teuer eingekauft und einmal eine Lieferung Gurkengläser nicht abgezählt“, erzürnt sich Andreas Danter. Er hatte sich im Betriebsrat mit zwei Kollegen gegen die Entlassung ausgesprochen, wurde jedoch von der „Liste Zweibrot“ überstimmt.

„Es war eine einvernehmliche Lösung, wie sie täglich vorkommt. Es gab seit Jahren Probleme. Darüber wurden sehr wohl Gespräche geführt“, rechtfertigt sich Gewerkschaftsmitglied Michael Zweibrot, der auch keinen Druck auf den in Ungnade gefallenen Küchenchef ausgeübt haben will.

"Höchst bedenklich"

„Stimmt nicht“, entgegnet Andreas Danter. „Sowohl der Betroffene als auch wir wurden von der Aktion überrascht. Abgesehen davon ist es höchst bedenklich, dass ein SPÖ- Betriebsrat einen Mitarbeiter kurz vor seinem 55. Geburtstag vor die Tür setzt. In dem Alter ist es extrem schwierig, einen neuen Job zu finden. Noch dazu in der jetzigen Situation.“

Nicht kommentiert wird der Vorfall von der GKK- Spitze. „Wir haben keinen Einfluss, die Küche wurde ausgelagert und seither vom Betriebsrat geführt. Wir waren auch nicht informiert“, erklärt Sprecherin Karin Hofer.

Auf deutliche Distanz geht auch die Gewerkschaft. Pikantes Detail: Der Gekündigte war 22 Jahren Mitglied bei den Metallern. Und deren Chef wiederum ist Kassen- Obmann Siegfried Schluckner.

von Gernot Huemer, "Salzburg Krone"
Symbolbild

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