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23.08.2017 - 21:37
Foto: Krone Grafik

Bürgermeister ließ die Bewohner mitreden

02.07.2009, 17:28
Die Gemeinde Niedernsill (Pinzgau) hat ihre Bürger über ein neues Feriendorf mit 300 Betten abstimmen lassen. 120 machten mit, 80 Prozent waren dafür. Jetzt liegt es an den Behörden, die weiteren Schritte zu machen und vor allem reine Zweitwohnsitze zu verhindern.

Die Visionen der Niedernsiller gibt es auch schon auf einem Plan von Architekt Christoph Aigner: Zwischen Mittersiller Bundesstraße und Salzach schmiegt sich das Feriendorf mit lauter kleinen Bungalows, ein Großbeherbungsbetrieb mit 300 Gästebetten. Bis jetzt ist das nur ein Vorschlag, er wird in den nächsten Monaten noch von den Behörden und vom Land unter die Lupe genommen.

Doping für die Wirtschaft

Für die Niedernsiller ist es aber die Hoffnung, wieder zu alter touristischer Stärke zurückzufinden. "Die Nächtigungszahlen sind von zirka 145.000 auf 76.000 gefallen. Wir hatten einmal 1.500 Gästebetten, jetzt sind es nur noch 760", weiß Bürgermeister Günther Brennsteiner von der  ÖVP. Das Feriendorf ist also Doping für die Wirtschaft und der Silberstreif am finanziellen Horizont für die Gemeinde im Oberpinzgau, darin sind sich ÖVP und SPÖ einig und wollen es auch bleiben.

"Trotzdem wollten wir die Niedernsiller mitreden lassen. Dass 80 Prozent dafür sind, ist ein Auftrag für uns, alles weitere in die Wege zu leiten. Es ist ja noch sehr viel zu tun", sagt Gemeinderat Hans- Georg Wallner (SPÖ) der "Krone".

Zweitwohnsitze will niemand haben

Geplant sind 50 kleine Einheiten mit 300 zusätzlichen Gästebetten, praktisch ein Dorf im Dorf. Ein Haus soll zwei Appartements für eine Kleinfamilie beinhalten. Das ist eine Struktur, die für Zweitwohnsitze wie geschaffen wäre, was andere Pinzgauer Gemeinden leidvoll erfahren mussten. Doch da sind die Niedernsiller auf der Hut: "Das wollen wir unter keinen Umständen!", so wehren sich ÖVP und SPÖ in der Gemeindevertretung und haben sich dafür sogar rechtlichen Beistand geholt.

Diese Frage, die zusätzliche Verkehrsbelastung, Infrastruktur- Lösungen und ähnliche Probleme müssen alle erst gelöst werden. Den Start in die aufgepeppte touristische Zukunft haben die Niedernsiller im Jahr 2012 vor ihrem geistigen Auge.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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