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18.08.2017 - 17:21
Tatort: Ernest-Thun-Straße. Staatsanwaltschaft-Sprecher R. Holzleitner (l.), Anwalt St. Rieder (r.).
Foto: Markus Tschepp/Neumayr

Blutspuren und weitere Opfer

23.05.2017, 07:29

"Ich bin eigentlich ein guter Mann", sagte der in U- Haft sitzende Rumäne nach seiner Festnahme am 11. April. Nun hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Entführer ausgeweitet: Es gibt ein weiteres Opfer (29). Jetzt geht es offiziell in drei Fällen um versuchte Vergewaltigung.

Mihai- Marian P. ist 27 Jahre alt, verheiratet, hat eine Tochter (5) und lebt in Trimmelkamm (OÖ). Der Rumäne sitzt in U- Haft. Weil er versucht haben soll, zwei Frauen zu entführen - die "Krone" berichtete. Das ist aber noch nicht alles: Ein weiteres Opfer, eine Frau (29), hat nun den Mann eindeutig identifiziert, bestätigt Robert Holzleitner, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Sie soll von P. am 4. September 2016 in Oberndorf sexuell attackiert worden sein und erstattete Anzeige. "Der Verdacht lautet nun in allen drei Fällen auf versuchte Vergewaltigung", so Holzleitner. Zudem ermittelt die Anklagebehörde aufgrund der April- Vorfälle wegen versuchtem Raub, versuchter Freiheitsentziehung, versuchter Nötigung und Sachbeschädigung.

Zurück zum 2. April: Mit einem blauen VW Polo war Mihai- Marian P. um 4 Uhr früh in Salzburg in der Sterneckstraße unterwegs. Dort sprach er eine junge Deutsche (21) an: "Ich dachte, sie sei eine Prostituierte", wird P. später sagen. Jedenfalls artete die Szene aus: Die Frau wehrte sich wie wild gegen P., der jegliche Entführungsversuche leugnet. Nur vier Stunden später nahm der Verdächtige in der Ernest- Thun- Straße das nächste Opfer ins Visier: eine Taiwanesin (29). Er fragte die Passantin um Geld und dann um Sex. Schläge und Schreie folgten. Der Osteuropäer würgte die Frau, zerrte sie hinter sich her, stieß sie zu Boden. Und er öffnete dann die Hintertür seines Kleinwagens. Eine Zeugin war die Rettung: Die hatte alles gefilmt - als P. das sah, flüchtete er.

Mysteriöse Blutspuren im blauen VW Polo
"Sie war ohne Zweifel in Lebensgefahr", sagt Opfer- Anwalt Stefan Rieder vom "Weißen Ring". Brutal ist da noch milde ausgedrückt: Einblutungen im Auge aufgrund der massiven Gewalteinwirkung gegen den Hals, folglich Blutstau im Kopf und Abschürfungen stellte die Gerichtsmedizin fest. Kurz nach dem Vorfall kam es zur Festnahme, aber dann zur Freilassung, weil beide Frauen ihren Peiniger nicht eindeutig identifizieren konnten. Erst als sich eine Studentin bei der Polizei meldete, von einer nächtlichen Verfolgung sprach und P. dabei eindeutig erkannte, klickten endgültig die Handschellen. Weitere Ermittlungs- Details belasten den mutmaßlichen Triebtäter: Nicht nur zwei Stück Kabelbinder fanden Beamten in dem Auto, sondern auch Blutspuren. Vor allem auf der Rückbank, aber auch auf der Tür sowie der Armlehne. "Sie stammen von einem wilden Tier", sagt P. Ein Rehkitz habe er angefahren und im Kofferraum mitgenommen. Die roten Flecken am Rücksitz kommen von seinen Händen, so seine Erklärung. Eine DNA- Untersuchung wird durchgeführt. Das Ergebnis ist noch ausständig, erklärt Holzleitner auf Nachfrage. Anwalt Rieder vermutet gar Schlimmeres: "Wenn es sich um Menschenblut handelt, werden weitere Fragen zu klären sein."

Antonio Lovric, Kronen Zeitung



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