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17.08.2017 - 18:39
Foto: Christopf Birbaumer

Biber und Käfer als Gefahr für neues Kraftwerksprojekt

14.05.2010, 09:25
Mit allen Mitteln bekämpfen Anrainer das geplante Salzach-Kraftwerk in Lehen. Verstärkung bekamen sie jüngst von Bibern, welche die geplante Baustelle "besetzt" haben. Doch nicht nur diese sind streng geschützt. EU-weit ist auch der Scharlachkäfer absolut tabu. Dass er in der Au lebt, ist bekannt, wurde im Naturschutzverfahren aber glatt "übersehen". Anrainer fordern eine Überprüfung der Bewilligung.

"Den Biber nehmen wir sehr ernst", so Salzburg- AG- Sprecher Martin Jager: "Da prüft jetzt die Behörde den Sachverhalt." Die streng geschützten Tiere leben bereits seit dem Winter 2008/2009 am linken Salzachufer. Sie wurden aber im Naturschutzverfahren für das Kraftwerk ebenso "übersehen" wie der Scharlachkäfer.

Rechtsanwalt Dr. Alexander Rehrl hat nun für Baumeister Friedrich Winkler, der Kraftwerksanrainer ist, einen Antrag auf naturschutzbehördliche Überprüfung gestellt: "Aus den Internetseiten des Landes geht klar hervor, dass das Vorkommen des Käfers in der Itzlinger Au der Behörde bekannt gewesen sein muss." Dieser kleine, höchstens 15 Millimeter große Scharlachkäfer ist EU- weit streng geschützt.

Uferlandschaft am Reißbrett geplant

Während in der Stadt alle Parteien für den Kraftwerksbau sind, hat die Bürgerliste genau diesen Käfer schon einmal, im Jahr 2002, als Argument im Kampf gegen die weitere Abholzung der Au eingesetzt. Der Salzburger Käferforscher Remigius Geiser prophezeite schon damals: "Sie schlägern kleinweise. Immer heißt es: Dort noch ein kleines Stück, bis von der Au nichts mehr übrig ist." So wie eben jetzt gerade: Wieder sollen Bäume für ein Kraftwerk fallen, damit danach eine sterile und glatt gebügelte Uferlandschaft entsteht, die am Reißbrett geplant wurde.

Beispiele aus Deutschland zeigen, dass dort ganze Autobahnbrücken wegen Fledermäusen verlegt werden mussten. Und erst vor Tagen mussten die Bewohner von Heidenheim (Deutschland) feststellen, dass sie heuer nicht ins Freibad können: Das Wasser vom Vorjahr kann nicht abgelassen werden, weil ein Biber am Abfluss einen Damm gebaut hat. "Biber dürfen nicht gejagt oder umgesiedelt werden", so Umweltschützer: "Neben dem Käfer sind sie unsere Hoffnung, dieses Kraftwerk zu verhindern." Die Salzburg AG rechnet dennoch mit einem Baubeginn im September.

von Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

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