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24.08.2017 - 00:41
Foto: dpa/A3542 Karl-Josef Hildenbrand

Bereits dreizehn Unfalltote auf Salzburgs Pisten

01.03.2011, 14:44
Obwohl die Wintersaison in vielen Skigebieten bis Ostern Ende April dauert, sind im Bundesland Salzburg nach einer Bilanz der Alpinpolizei bereits dreizehn Menschen auf den Skipisten und Varianten tödlich verunglückt. Alleine seit vergangenen Freitag kamen fünf Menschen bei Ski- bzw. Snowboardunfällen ums Leben (siehe Infobox). Zum Vergleich: In der Vorjahressaison waren 15 Tote zu beklagen. Seit 30. November 2010 kamen insgesamt 20 Alpinisten in den Salzburger Bergen ums Leben.

Die Anzahl der Toten auf Pisten und Varianten stieg in Salzburg in den vergangenen drei Wintersaisonen stetig an. Verunglückten 2007/08 "nur" sechs tödlich, verdoppelte sich die Zahl der Toten im Winter darauf. 2009/10 verzeichnete die Alpinpolizei bereits 15 Tote.

In diesem Winter verbuchte Ausbildungsleiter der Salzburger Alpinpolizei Hans Wallinger bisher 676 Alpinunfälle, 555 Unfälle mit 977 Opfern ereigneten sich davon auf Pisten und Varianten. Eine ansteigende Tendenz konnte Wallinger nicht feststellen.

Selbstüberschätzung als Hauptursache

Österreichweit ist die Zahl der Ski- und Snowboardunfälle innerhalb von fünf Jahren gesunken. 2004 zählte das KfV noch 68.700, im Jahr 2009 waren es 57.000 (minus 11.700). In Salzburg kam es 2004 zu 16.100 Unfällen, im Jahr 2009 waren es 13.400 (minus 2.700).

Wallinger, ortet Selbstüberschätzung als Hauptunfallursache. "Viele fahren zu schnell, nicht ihrem Können angepasst. Sie konzentrieren sich nur auf das eigene Skifahren und auf sonst nichts mehr, sie schauen vielleicht nur zehn, 15 Meter nach vorn. Das ist zu wenig. Ein guter Skifahrer fährt instinktiv weit vorausschauend, um Unfälle zu vermeiden."

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hängt die Anzahl der Verletzungen von den Witterungsverhältnissen ab - "ob wenig oder viel Schnee liegt", sagte Rainer Kolator, Leiter der KfV- Landesstelle Salzburg. Ein Großteil der Unfälle mit Verletzungen oder Todesfolge ereigne sich nicht durch Kollisionen mit anderen Skifahrern, sondern werde alleine verursacht, erklärte Kolator.

Risiko zu stürzen am Nachmittag größer

Mehrere Faktoren begünstigten die Unfallhäufigkeit: Liegt wenig Schnee, ist die Piste hart und wird schneller. "Wen es schmeißt, der tut sich relativ leicht weh." Wer nicht schon im Oktober mit dem Aufbau seiner Kondition beginnt, ermüdet früher - am Nachmittag ist das Risiko zu stürzen höher als am Vormittag.

Zudem hat sich die Beförderungskapazität und Geschwindigkeit der Lifte erhöht, sodass der Skifahrer an einem Tag mit dem ohnehin schnelleren Material zeitlich länger in den Genuss des Abfahrens kommt als früher. Da sich aufgrund der höheren Beförderungskapazität der Lifte auch mehr Leute auf der Piste tummeln, seien bei nicht entsprechend vorausschauendem Fahren waghalsige Ausweichmanöver vorprogrammiert.

Auf andere Rücksicht nehmen und Abstand halten

Zur Vermeidung von Unfällen hat das KfV folgende Tipps parat: "Das Wichtigste ist die Einhaltung der zehn FIS- Regeln. Auf andere Rücksicht nehmen und - wie beim Autofahren - genügend Abstand halten. Die Fahrgeschwindigkeit den Witterungsverhältnissen und dem eigenen Können anpassen. Vor dem Wegfahren nach oben schauen, um Kollisionen zu vermeiden. Nicht an Engstellen stehen bleiben.

Empfehlenswert ist auch das Tragen eines Helmes", sagte Kolator. Österreichweit erhöhte sich die Helmtragequote von 58 Prozent im Jahr 2009 auf 69 Prozent im Jahr 2010. In Salzburg trugen im Vorjahr gar 73 Prozent der Wintersportler einen Helm.

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